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Was haben wir erreicht?

Was haben wir erreicht?

Von Ungeduld, Leistungsdruck und dem Nicht-Sehen

Ich möchte heute mal etwas Persönliches loswerden, das mir seit ein paar Tagen auf dem Herzen liegt.

Ich trainiere mit Vita jetzt seit circa 5 Monaten und auch, wenn ich bisher nie unzufrieden mit ihr oder ihrer „Leistung“ war, so überkommt einem manchmal doch das Gefühl in der Zeit „zu wenig“ erreicht zu haben. Wenn ich dann auf Ride On schaue, wo ich alle Übungen, die wir selbst schon erfolgreich absolviert haben, für euch festhalte, wird mir schlagartig wieder bewusst, wie VIEL wir eigentlich in der kurzen Zeit erreicht haben.

  • wir sind vom Entengang zu einem schönen Vorwärts/Abwärts an der Longe gekommen
  • wissen mittlerweile wie Stellung und Biegung funktioniert
  • können ordentlich auf einem Zirkel laufen, ohne wie ein Bus in der Kurve zu wirken oder über der Schulter auszubrechen
  • können getriggert die Bauchmuskeln aktivieren und anspannen
  • über eine oder mehrere Stangen gehen, ohne dabei ständig anzuschlagen
  • können auf Planen heruntrampeln oder überall am Körper tragen
  • können mit Spaß herzlich in eine Ballhupe beißen und dabei laut tröten
  • Hundespielzeug apportieren
  • Farben einem Signalton zuordnen
  • minutenlang auf einer Matte parken und dabei entspannen, während ich gruselige gegenstände über den kompletten Platz trage
  • eine Wurmkurspritze schon fast angstfrei ins Maul nehmen
  • auf ein Podest steigen
  • mit einem Trigger kontrolliert die Vorder- und Hinterbeine anheben (einen Spanischen Schritt möchte ich es noch nicht nennen 😉 )
  • Hütchenspiele spielen (gezielt Pylonen umschubsen, unter denen ein Lerckerli verborgen ist)

Dabei

  • reagiert sie nicht mehr gleich mit Panik, sofern wir etwas Neues probieren
  • kann ich mittlerweile auch nahe am Pferd arbeiten, ohne dass sie dabei ängstlich / misstrauisch ist
  • wird sie immer neugieriger und selbstbewusster
  • versucht sie mittlerweile selbstständig Lösungen zu finden, ohne die Hilfe nur bei mir zu suchen

Und das Wichtigste überhaupt: Sie kommt mir jedes mal, wenn ich auf dem Hof ankomme, freudig brummend entgegen gelaufen und zeigt mir somit auch, dass sie mit mir arbeiten möchte. Dass es ihr Spaß macht.

Sicherlich mag das für manche in dem Zeitraum nicht die Welt sein, aber rückwirkend betrachtet ist es eine ganze Welt für uns! Und darauf bin ich nicht nur stolz (und ich bin mächtig stolz auf sie!), ich bin auch unglaublich dankbar, dass ich dieses Pferd kennen lernen durfte und nun mit ihr weiter wachsen darf. Pferde können uns so viel geben, wenn wir bereit sind es zu sehen.

Mein Anliegen des Tages: Macht euch eine Liste und schaut auf das zurück, was ihr bisher alles erreicht habt. Seid stolz auf euer Pferd und vor allem auch mal auf euch selbst!
Jeder hat seine eigenen Hürden, die er bewältigen muss. Schaut nicht auf das, was andere erreicht haben, auch sie haben ihre Hürden, die ihr wahrscheinlich in dem Moment einfach nur nicht seht oder gar sehen wollt.

Schätzt eure kleinen Schritte und baut auf ihnen auf.

Liebe Grüße an euch alle
Julia von Ride On