Einheit der Woche ·Training ·Übungsideen

Spieleabend

Trainingseinheit der Woche: Spieleabend

Es ist mal wieder an der Zeit, ein wenig Spiel und Spaß in das Training zu bringen! Dabei haben nicht nur Reiter Spaß, sondern das Pferd wird auch mit den verschiedensten Dingen konfrontiert und kann so neue Eindrücke und Erfahrungen sammeln. Ein gutes Schrecktraining bekommt man gleich dazu, denn raschelndes Zeitungspapier, Mülltüten und Gummibälle können manchmal ganz schön gruselig sein.

Wer eine Halle hat, kann sich zu dieser Jahreszeit mit diesem Aufbau perfekt in die Halle verkriechen und dort trotzdem seinen vollen Spaß haben. Reiter ohne Halle sollten ihre Materialien bei Wind und Regen gut sichern, damit sie nicht wegfliegen – sehen wir mal von der Umweltverschmutzung ab, haben wir dann auch ein Schrecktraining der besonderen, aber leider unkontrollierten Art.

Tipp

Wer das Wegfliegen / Rascheln von Gegenständen speziell üben möchte, der fragt doch mal spontan im Stall nach einer Hilfsperson! Diese kann am Rand des Reitplatzes (oder auch mitten auf dem Platz) mit Luftballons oder einem Ball spielen, mit Tüten rascheln oder Zeitung in die Luft werfen. Das Wichtigste dabei: Sie kann auf euch Rücksicht nehmen und langsam anfangen und sich stetig mit euch zusammen steigern.

Unangenehme Turniersituationen, wie ein aufgehender Regenschirm, eine wegwehende Tüte oder raschelndes Papier, lassen sich so perfekt inszenieren und trainieren.

Parcoursaufbau – Abstände und Materialien

Die Cavalettis (rot-weiße Stangen) sollten so aufgebaut sein, dass euer Pferd ohne Einengung im Schritt hinüber schreiten kann, theoretisch sollte der Abstand sich durch die dazwischen gelegte Plane von alleine Ergeben. Das Zeitungspapier (dunkelgrau) und die Mülltüten (hellgrau) sollten großzügig verteilt werden, sodass das Pferd zumindest zur Hälfte darauf stehen kann (besser wäre komplett). Empfehlenswert sind hier wirklich Zeitungen und keine Magazine, da das Zeitungspapier rauer ist. Besonders für beschlagene Pferde kann das Papier von Magazinen teilweise sehr rutschig sein – also Vorsicht!

Die Mülltüten sollten keine Henkel besitzen, damit sich das Pferd mit den Hufen darin nicht verfangen kann. Unfälle passieren dabei meist nicht, aber eine hinterher gezogene Tüte, die es nicht mehr los wird, kann für ein Pferd doch recht gruselig werden und für euch dann gefährlich. Solltet ihr keine anderen Tüten haben, so schneidet die Henkel einfach auf.

Die Stangen (blau) sollten so gelegt werden, dass euer Pferd sowohl längs als auch quer hindurch passt. So könnt ihr bequem mit dem Ball rangieren und stößt nirgends an.

Trainingsaufbau

Ehe mit den einzelnen Gegenständen begonnen wird, kann man sich und das Pferd wunderbar in der leeren Zirkelhälfte erwärmen. Diese bietet genügend Platz und kann auch sehr gut als „Wartezirkel“ genutzt werden, wenn man den Spieleabend mit anderen Reitern zusammen machen möchte (was ich übrigens sehr empfehlen kann). Der Vorteil bei dem Gruppentraining ist, dass die Pferde voneinander lernen, dass die Gegenstände nicht gruselig sind. Zudem haben sie in der Gruppe meist von vorn herein weniger Angst als alleine. Zuletzt macht der Aufbau natürlich auch Arbeit, die man sich gemeinsam wunderbar teilen kann.

Zu dem Zirkel kann natürlich auch hauptsächlich die halbe Bahn geritten werden, in der Übersicht der Hufschlagfiguren seht ihr auch noch weitere Bahnfiguren, wie Durch die halbe Bahn wechseln, um für Abwechslung zu sorgen.

Selbstverständlich muss nicht während der kompletten Aufwärmphase auf die andere Hälfte der Halle verzichtet werden. Die Utensilien sollten so gelegt sein, dass der Hufschlag frei ist und durch die Mitte der Bahn ebenfalls geritten werden kann. So kann das Pferd ruhig und entspannt alle Einflüsse aufnehmen und mit den neuen, gruseligen Dingen konfrontiert werden.

Solltet ihr komplette Neulinge im Schrecktraining sein, so empfehle ich auf jeden Fall alles vorher am Boden zu Fuß abzulaufen. Je nach Charakter reagieren Pferde unterschiedlich temperamentvoll und sollten nicht unterschätzt werden. Sicherheit geht immer vor! Nehmt euer Pferd dabei am besten an die Longe, so dass ihr im Notfall weit genug entfernt seit um bei einer heftigen Reaktion keine Huf ab zu bekommen oder gar umgerannt zu werden.

Wenn auch etwas quirlig anzusehen, so ist der nächste Schritt ein Umreiten von allen Gegenständen. Denkt an die sinnvolle Gymnastizierung und achtet dabei auf korrekte Stellung und Biegung! Diese Übung hat nicht nur den Sinn, dass das Pferd sich an alles gewöhnt, es muss sich auch, gerade durch die vielen Gegenstände, stark konzentrieren. Mit richtigen Hindernissen macht so ein Slalom gleich viel mehr Spaß!

Nun geht es ans Eingemachte: Sowohl mit Bahnfiguren, als auch einfach quer durch sollten alle Utensilien nach und nach in das Training mit eingebracht werden (auch schon in der Aufwärmphase). Sei es im Schritt über ein Cavaletti, die Mülltüten oder auch das Zeitungspapier – alles ist möglich und jederzeit kombinierbar.

Die Stangen laden noch zu weiteren Trainingsmöglichkeiten ein, die auch in vorherigen Einheiten der Woche schon thematisiert wurden. So kann man im Seiten– oder Rückwärtsgang an den Stangen entlang und hat dabei eine klasse Orientierungshilfe. Solche gymnastizierenden Übungen sollten, trotz all dem Spielspaß, nicht vergessen und immer wieder mit eingebracht werden, dabei kann die Intensität natürlich in dem Falle etwas geringer ausfallen.

Der Ball erweißt sich hier als kniffligste Aufgabe und bedarf etwas Übung. Ziel ist es, den Ball vom Pferd aus von einer Stangenseite zur nächsten zu rollen. Dabei muss das Pferd den Ball mit seinen Beinen bzw. Hufen vor sich her treten um ihn zur richtigen Position zu bewegen. Klingt einfacher als getan, macht aber unheimlich Spaß! Um nicht gleich vollkommen zu verzweifeln, ist es sinnvoll diese Übung zur Bande hin zu reiten, so kann der Ball nicht gleich unkontrolliert durch die ganze Halle rollen und ihr habt durch die Begrenzung etwas Hilfe.

Eine weitere schöne Übung ist eine Hinterhandwendung auf den Mülltüten oder auch den Zeitungen. Hier raschelt es die ganze Zeit und das Pferd muss trotzdem konzentriert bleiben. Oft lassen ängstliche Pferde sich damit gut ablenken – wenn man sie denn endlich auf das gruselige Stück Boden manövriert bekommen hat!

Auch wenn Pferde von Natur aus sehr neugierig sind, denkt daran zwischendurch immer wieder Pausen einzulegen und Übungen zu fordern, die das Pferd kennt und gut beherrscht. So ermüdet es nicht zu schnell und behält seine Motivation.

Weiterführendes

Hier gehts zu allen Einheiten der Woche:
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