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Training mit Büchsen im Raschelsack

Training mit Büchsen im Raschelsack

Das Training mit einem mit Büchsen gefüllten Sack ist nicht nur äußerst kostengünstig, sondern auch sehr effektiv. Sammelt dafür einfach ein paar Büchsen, wascht diese aus und packt sie in einen stabilen Sack. Wichtig ist, dass der Sack nicht bei der kleinsten Belastung reißt, zu empfehlen wäre also zum Beispiel ein fester Müllsack aus Plastik oder, noch besser, ein Stoffsack. Diese sind auch viel umweltfreundlicher, waschbar und wiederverwendbar.

Für ein besseres Verständnis kannst du dir parallel auch das Übungsvideo dazu ansehen:

Übungsaufbau

1. Das Pferd mit dem Sack von Weiten vertraut machen

Zu Beginn sollte das Pferd von Weitem mit dem Raschelsack vertraut gemacht werden. Dazu eignet sich am besten ein eingezäunter Platz, auf dem das Pferd frei herumlaufen kann. Besonders für sehr nervöse Pferde ist das sehr zu empfehlen, sodass keiner von euch z uSchaden kommt und das Pferd jederzeit die Möglichkeit hat, den für ihn größtmöglichen Abstand zum Raschelsack einzunehmen.

Erst, wenn ihr euch mit dem Sack in der Nähe des Pferd aufhalten könnt, ohne, dass es gleich in Panik gerät, solltet ihr es an die Longe, das Bodenarbeitsseil oder auch den Strick nehmen. Vergesst aus Sicherheitsgründen auch die Handschuhe nicht!

2. Das Pferd am Sack schnuppern lassen

Nun könnt ihr das Pferd am Sack schnuppern lassen, es den Sack verfolgen lassen und den Sack langsam vor dem Pferd etwas auf den Boden schleifen. Merkt das Pferd, dass es den Sack jagen kann und nicht selbst die Beute ist, bekommen viele Pferde Spiellust und empfinden den Gegenstand nicht mehr so gruselig.

Vergesst nicht, euer Pferd für jede richtige Reaktion intensiv zu loben! 

3. Den Raschelsack vorsichtig in der Nähe vom Pferd bewegen

Klappen alle Schritte bisher sehr gut, könnt ihr den Raschelsack nun auch näher am Pferd und um dieses herum bewegen. Achtet dabei jedoch auf jede kleinste Reaktion und schaltet sofort einen Gang zurück, wenn das Pferd zu unruhig wird. Einerseits wollen wir uns selbst nicht un Gefahr bringen, andererseits sollte das Stresslevel vom Pferd nicht zu sehr ausgereizt werden, da das Pferd sonst keine positiven Erinnerungen daran haben wird.

Ist alles im grünen Bereich, zieht den Sack doch auch einmal unter dem Pferd durch!

4. Das Pferd mit dem Raschelsack berühren

Akzeptiert das Pferd den Sack in seiner Nähe, so heißt dies oft noch lange nicht, dass es Berührungen damit akzeptiert. Dies ist der nächste Punkt auf der Liste. Legt zu Beginn den Sack vorsichtig an das Pferd heran und traut euch dann immer weiter vor. Zuletzt könnt ihr den Sack auch auf dem Pferd herum turnen lassen und ihn auf beiden Seiten auf und ab ziehen. 

Ich habe dafür den Sack an einem langen Strick befestigt, sodass ich selbst dabei etwas Abstand zwischen mir und dem Pferd bringen kann und auch genug Bewegungsfreiheit habe. Ihr könnt natürlich alles Mögliche nehmen, Hauptsache es ist lang und stabil genug. 

5. Den Raschelsack hinterher ziehen

Zuletzt ist das Ziel, den Sack neben oder hinter dem Pferd hinterher zu ziehen, sowohl am Boden als auch von oben aus. Tastet euch hierbei erst langsam im Schritt heran und steigert euch dann ganz vorsichtig in den Gangarten. Wer die Übung auf dem Pferd absolvieren möchte, kann sich zur Sicherheit auch noch einmal an die Longe nehmen lassen. Reagiert euer Pferd unruhig oder panisch, lasst den Sack jederzeit los und entfernt damit sofort die Angstquelle.

Hat das Pferd erst einmal gelernt, lärmende Gegenstände neben oder hinter sich her zu ziehen, könnt ihr natürlich auch andere Dinge ausprobieren, wie Schleier oder Luftballons. Gerade für Fotoshootings oder Showeinlagen eignen sich solche Dinge perfekt!