Einheit der Woche ·Training ·Übungsideen

Pylonenstraße 12

Trainingseinheit der Woche: Pylonenstraße 12

In dieser Woche wird aus 12 Pylonen (zwei mal sechs Stück) eine Übungsstraße gebaut. Pylonen sind nicht nur leicht, günstig und handlich, sie bieten auch unendlich viele Möglichkeiten und sind eine sehr gute optische Begrenzung für Reiter und Pferd. Da der Aufbau doch recht viel Platz wegnimmt, ist diese Übung diesmal nicht unbedingt für große Abteilung geeignet – für kleine Abteilungen mit fortgeschrittenen Reitern (ca. 3 – 4 Pferde) sollte dies aber kein Problem darstellen.

Besonders die letzten vier Übungen sind nicht einfach und fordern viel von Reiter und Pferd ab. Wer kann, baut sich den Parcours zu Beginn der Woche auf und nutzt ihn die ganze Woche. So schafft man sich nicht nur einen Übungsschwerpunkt, sondern erleichtert sich auch etwas Aufbauarbeit. Zwischendurch können natürlich auch andere Übungen und Spiele (wie zum Beispiel Reifen um Pylonen legen oder das Apportieren) mit eingebracht werden, damit es nicht zu eintönig wird.

Parcoursaufbau – Abstände und Materialien

Die Pylonen sollten so nebeneinander aufgereiht werden, dass euer Pferd bequem in Schlangenlinien um die Pylonen herum gehen kann. Im gleichen Abstand werden auch die Stangen an den jeweiligen Enden dazu gelegt. Im besten Fall sollte die Formation mittig auf dem Platz ausgelegt werden, sodass man alle Seiten bequem anreiten kann.

Trainingsaufbau

Ganz am Anfang darf das Warm Up natürlich nicht fehlen und sollte immer in der Stundeneinplanung mit bedacht werden. Hier gilt es vor allem, das Pferd langsam an das Reitergewicht zu gewöhnen, die Muskulatur aufzuwärmen, zu lockern und mit kurzen Einheiten die ersten Stellungs- und Biegungsversuche zu gestalten. Dabei sollte das Pferd nie zu stark gebogen werden, da man sonst unschöne Zerrungen riskiert.

Mit Hufschlagfiguren, wie Durch die Länge der Bahn Wechseln oder auch Durch die halbe Bahn Wechseln hat man sowohl schöne, lange Geraden, als auch große und aufwärmgerechte Biegungen. Die Stangen lassen das Pferd die Beine höher heben und tragen so aktiv zur ganzheitlichen Erwärmung des Körpers bei, während sie zusätzlich noch die Aufmerksamkeit des Pferdes fordern und es somit Schritt für Schritt in das Training einleiten.

Selbstverständlich sollten auch jederzeit große Zirkel mit in die Aufwärmphase eingebracht werden. Hier kann sich das Pferd mit leichter Biegung und Stellung gut dehnen und lockern, ohne dabei überfordert zu werden. Die kleineren Zirkel sollten dann erst später in der intensiven Arbeitsphase mit eingebracht werden.

Später kann man dann den Zirkel auch Stück für Stück verkleinern und vergrößern. Zeit dazu hat man immer in den Phasen zwischen C und A, wenn keine Pylone oder Stange im Weg liegt. So kann man nicht nur lernen, Abstände besser einzuschätzen, auch der Schenkelgehorsam lässt sich damit wunderbar überprüfen.

 

Mit Schlagenlinien, wofür Pylonen geradezu perfekt geeignet sind, starten wir in die Arbeitsphase. Die Schalngenlinien um zwei Pylonen bieten den Vorteil, dass sie einem etwas Zeit geben, ehe man sich wieder auf eine neue Richtung einstellen muss. Schlängelt man sich nur um eine Pylonenreihe, so müssen Pferd und Reiter schneller agieren können, um die Übung auch wirklich sauber durchzuführen.

Mein Anliegen an euch: Hechtet nicht durch die Pylonen durch und freut euch, wenn ihr es geschafft habt, sondern seid ehrlich zu euch selbst! Nehmt euch Schritt für Schritt die Zeit, euer Pferd wirklich jedes Mal sauber umzustellen, zu biegen und um die Pylone zu führen. Nur so könnt ihr auch einen wirklich effektiven Trainingseffekt aus der Übung mitnehmen.

Das Schenkelweichen ist eines der weiteren Übungen, die mit dem Aufbau wunderbar zu üben sind. So kann man an der langen Seite das typische Schenkelweichen einbauen und sich gut an den Pylonen orientieren. Wer möchte, baut sich noch eine kleine Zusatzschwierigkeit ein und dreht eine kleine Runde um ein oder zwei Pylonen, ehe er sich im Schenkelweichen wieder auf den Rückweg macht.

Natürlich würde die Pylonenstraße nicht Pylonenstraße heißen, wenn sie nicht auch eine Funktion als solche hätte. Für das sogenannte Schaukeln stellt man sich direkt in der Mitte der Straße auf und schaukelt dann ein paar Schritte vorwärts bis zur Stange, danach ein paar Schritte rückwärts bis zur anderen Stange. Achtet darauf, dass ihr beim Rückwärts nicht zu hektisch seid und euer Pferd nicht über die hintere Stange stolpert, das kann sonst unschöne Verletzungen geben.

Zu Beginn solltet ihr alle Schritte einzeln absolvieren und dazwischen Pausen einlegen, also: Vorwärts – Halt – Rückwärts – Halt und so weiter. Erst, wenn ihr die Übung beide verinnerlicht habt, könnt ihr versuchen, auch ohne Halt das Pferd wirklich wortwörtlich vor und zurück schaukeln zu lassen. Für Pferde, die noch etwas schräg im Rückwärts werden, bieten die Pylonen derweil eine optimale optische Begrenzung.

Die nächsten zwei Intensivübungen setzen sich aus allen bisherigen Lektionen zusammen: Vorwärts, Rückwärts und Seitwärts. Wer vorher schon länger an den anderen Übungen gearbeitet hat, sollte diese Übungen auf eine andere Stunde verlegen und sie dort noch einmal zielgerichteter durchgehen. Immerhin fordern solche Übungen nicht nur eine Menge an Konzentration, sondern auch Kraft vom Pferd. Lasst euch also Zeit und habt Spaß in der Trainingsstunde!

Weiterführendes

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Training > ÜbungsideenEinheit der Woche

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Training > ÜbungsideenPylonenserie – Übungen mit Pylonen

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Tipps & Tricks > DIY Ecke > DIY Hack: Stangen und Cavaletti
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