Podestarbeit: Auf- und Absteigen

In vielen Shows kann man sehen, wie ein Pferd mit beiden Vorderbeinen auf ein Podest aufsteigt. Dabei erntet das Showteam Applaus und Anerkennung. Was steckt jedoch eigentlich hinter der Übung?

Übungen mit dem Podest sind nur nicht eine nett anzusehende Zirkuslektion, sondern haben auch einen wichtigen Trainingseffekt. Bauch, Beine Po und natürlich ordentlich Kopfarbeit – das volle Programm tritt hier in Kraft und fordert das Pferd kreativ und abwechslungsreich. Ich habe euch die sechs schönsten Podestübungen zusammen gestellt und beginne hier mit der Basisübung: Dem Auf- und Absteigen vom Podest.

Übungsaufbau

1. Das Pferd mit dem Podest vertraut machen

Zuerst sollte das Pferd vorsichtig mit dem Podest vertraut gemacht werden. Dazu kann das Podest zu dem Pferd auf den Paddock oder die Wiese gestellt werden, man kann das Pferd mit dem Podest zusammen auf den Reitplatz oder in die Halle stellen oder aber auch das Podest frei stehen lassen und das Pferd kontrolliert am Strick heran führen.

Wichtig dabei ist, dass das Pferd jederzeit die Möglichkeit hat, so viel Abstand vom Podest zu nehmen, wie es selbst für nötig hält. Das Podest in eine Box zu stellen, wäre also kontraproduktiv.

Nach und nach ist es dann möglich, das Pferd immer weiter an das Podest heran zu führen. Es sollte das Podest beschnuppern, dagegen treten und vielleicht auch schon die ersten Ansätze zum Aufsteigen zeigen.

Tipp: Wird das Podest gleich zu Beginn extrem positiv verstärkt, wird es später zum Happy Place deines Pferdes und die Übung somit selbst verstärkend. Heißt: Sie wird zur Belohnung! Versuche daher gleich von Anfang an mit viel Lob und / oder Leckerlis zu arbeiten.

Podestarbeit: Aufsteigen und Absteigen vom Podest
Mit beiden Beinen fest und sicher, Zeit für ein Lob!

2. Einen Huf auf das Podest setzen

Sollte dein Pferd nicht von alleine auf die Idee kommen, einen Huf auf das Podest zu setzen, so kannst du den Huf vorsichtig mit deiner Hand aufheben und ihn auf das Podest positionieren. Egal, ob das Pferd den Huf gleich wegzieht, drauf stehen bleibt oder das Podest auch nur kurz mit dem Huf berührt: Es muss sofort ein Lob dafür erfolgen. Nach und nach wird es dann verstehen, was du von ihm willst.

Gleichzeitig solltest du so früh wie möglich ein Signal für die Übung einbauen, um die Übung unter Signalkontrolle zu bekommen. Ich tippe dafür immer mit meiner Gerte auf das Podest, du kannst natürlich aber auch ein anderes Signal verwenden. Wichtig ist dies vor allem, damit dein Pferd nicht wahllos auf das Podest tritt, wenn es eines sieht, sondern diese Übung nur nach Aufforderung abruft.

3. Das Pferd mit einem Bein aufsteigen lassen

Bleibt das Pferd kontinuierlich mit einem Bein auf dem Podest, kannst du es vorsichtig auffordern, auf das Bein Gewicht zu verlagern und sich langsam hoch zu drücken. Gehe auch hier kleinschrittig vor und belohne jeden Millimeter, den das Pferd höher tritt, bis es das Bein komplett durch getreckt hat und stabil auf dem Podest steht.

4. Mit beiden Vorderbeinen auf dem Podest stehen

Im Regelfall wird das Pferd den zweiten Huf automatisch beim Aufsteigen auf das Podest setzen. Nur wenn es das nicht tut, kannst du mit einem leichten Treiben das Pferd dazu anregen, einen Schritt vorwärts zu gehen. Dabei muss es automatisch mit dem zweiten Fuß aufsetzen. Kurz nachdem dein Pferd mit beiden Beinen fest auf dem Podest steht, stoppst du es in seiner Bewegung und lobst es sofort für deine Koorperationsbereitschaft.

Gebe deinem Pferd ein paar Sekunden Zeit, die Aussicht auf dem Podest zu genießen und lobe es diese Zeit über ausführlich. So ist jede Sekunde auf dem Podest für das Pferd positiv verankert.

Podestarbeit: Aufsteigen und Absteigen vom Podest
Nach dem Aufsteigen geht es wieder herunter: Aber immer schön langsam!

5. Langsam absteigen

Möchtest du nun dein Pferd wieder vom Podest herab steigen lassen, so mache dies zu Beginn immer rückwärts und nicht vorwärts!

Versuche nun dein Pferd langsam rückwärts treten zu lassen, bis es mit einem Bein vom Podest gestiegen ist. Ich tippe mein Pferd dabei an die Brust, denn auch hier braucht es wieder ein festes und routiniertes Signal. Nach diesem Schritt ist es wichtig, das Pferd erst einmal intensiv zu loben, erst dann sollte mit dem zweiten Bein weiter gemacht werden.

Diese Unterbrechung hilft dem Pferd nicht nur beim Lernen, sie sorgt auch dafür, dass sich das Pferd auf jedes Bein konzentriert, sowie vorsichtig und langsam vom Podest absteigt, ohne in Panik oder Eile zu geraten. Eine Sicherheitsmaßnahme, die man nie außer Acht lassen sollte!

Lobe dein Pferd noch einmal zum Abschluss der Übung und verlasse dann in Ruhe den Trainingsort.

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