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Pferd & Jagd 2017

Pferd & Jagd 2017

Tag 1 – Samstag, 09. Dezember 2017

Anreise

Ich hätte ja niemals von mir gedacht, dass ich es schaffe pünktlich um 6.00 Uhr morgens in einem Bus nach Hannover zu sitzen. Und schon gar nicht, dass mein Freund es schafft, mich pünktlich zum Busbahnhof zu fahren. Erstaunlicher Weise waren wir aber beide recht fit (so fit, wie man halt sein kann, wenn man um 4.30 Uhr aufstehen muss) und mehr als pünktlich am ZOB Berlin.

Da ich die rund 400 Kilometer nicht mit dem Auto fahren wollte, hatte ich den Flixbus für die Hin- und Rückfahrt gebucht. Eigentlich bin ich ja ein großer Freund vom Auto, war mir aber nicht so sicher, ob ich so früh in der Lage gewesen wäre, drei Stunden konzentriert Auto zu fahren, geschweige denn Sonntag, vollkommen erschöpft von der Messe, wieder zurück zu fahren.

Abgesehen davon, dass es zu einigen Komplikationen auf dem Rückweg kam (dazu dann später mehr), war ich auch sehr zufrieden mit Flixbus und hatte einen genialen Busfahrer, der vor trockenem Humor nur so strotze. Er begrüßte uns schon im völlig genervten Ton mit dem Satz: „Wir haben Wlan, Steckdose, Toilette und gute Laune an Board. Toilette rechts, Steckdose unten und gute Laune vorne links. Im Bus herrscht Anschnallpflicht, schnallen sie sich an, sie werden merken wie verrückt ich gleich fahre.“

Aber das war natürlich noch nicht alles! Weiter ging es bei einem Zwischenhalt in Braunschweig mit:
„Meine Damen und Herren, das ist Braunschweig. Wir sammeln nur ein. Kein Aufenthalt, kein Pipi, keine Vergiftungspause. Bitte bleiben Sie im Fahrzeug!“.
„Was ist mit Rauchen?“
„HAB ICH DOCH GESAGT!“

Traumhaft! Mit meinen Mitreisenden hatte ich eigentlich auch halbwegs Glück, bis auf ein Pärchen, dass direkt vor mir saß und sich regelrecht aufgefressen hatte während der Fahrt. Frisch verliebt hin oder her, dieses Geschmatze und Gefummel will einfach kein Mensch sehen.

Pünktlich und wohlbehalten am ZOB Hannover angekommen, hab ich auch recht schnell die Bahn gefunden, die mich dann schlussendlich auch zur Messe bringen sollte. Der erste Zug war so voll, dass er ohne einen weiteren Fahrgast rein zu lassen weiter gefahren ist. Fing ja gut an und hinterließ gleich einen bleibenden Eindruck, wie voll die Messe denn wohl werden würde. Der zweite Zug war dann, Gott sei Dank, leerer und nahm uns restliche Fahrgäste dann auch endlich mit.

Sattelanpassung aus der Sicht eines Pferdeosteopathen (Way Out West + Wintec)

10.40 Uhr – 11.00 Uhr: Sattelanpassung aus der Sicht eines Pferdeosteopathen (Way Out West + Wintec)

Nach meinem Eintreffen begab ich mich auch gleich zügig zum ersten Fachvortag über Sattelanpassung. Eigentlich sollten laut Programm zwei Vorträge zu dem Thema hintereinander folgen, beide Referenten hatten dann aber beschlossen, sich zusammen zu tun und daraus einen großen Vortrag zu gestalten. Hatte soweit den Vorteil, dass natürlich mehr Zeit vorhanden war und sowohl Sattler, als auch Osteopath gemeinsam die Wichtigkeit eines passenden Sattels propagieren konnten.

Der Vortrag war sehr informativ und gut strukturiert. Zu Beginn wurde an einem Vorführpferd (zur Verfügung gestellt von Jenny Wild) die Sattellage mit Kreide markiert und anhand dieser Sattellage die Probleme der Passform genauer erläutert. Auch wurde dem Zuschauer sehr verständlich mitgegeben, wie man bei seinem Pferd selbst die Sattellage überprüfen kann, was beim Sattelkauf zu beachten ist und ganz wichtig: Wie ein seriöser Sattler feststellt, dass der Sattel auch wirklich passt. Dazu gehört nämlich nicht nur das Auflegen, Abtasten und Festgurten, sondern auch das intensive Vorreiten von mindestens 30 Minuten in allen Gangarten (sofern sie denn möglich sind). Dann, und erst dann, kann man wirklich sehen, ob der Sattel zu Pferd und Reiter passt oder eben nicht.

Im Nachgang wurden auch noch andere Systeme erklärt, wie zum Beispiel die Druckmessung via Sensorenpads. Eine Untersuchung, die sicherlich nicht ganz günstig ist, bei einem neuen Sattel, der ja schlussendlich auch eine langfristige Investition in die Gesundheit des Pferdes ist, aber sehr sinnvoll.

11.00 Uhr – 11.10 Uhr: Working Equitation (Working Equitation Deutschland e.V.)

Weiter ging es mit einer allgemeinen Einführung in die Working Equitation. Während zwei Reiter mit ihren Pferden sehr anschaulich die Arbeit der Working Equitation präsentierten, moderierte eine dritte Dame und erzählte zu den jeweiligen Übungen immer etwas. Leider war sie irgendwie sehr planlos und durch den Wind, was das Zuhören unglaublich erschwerte. Da hätte ich mir mehr Vorbereitung gewünscht. Zur Not tut es ja auch ein kleiner Spickzettel, wenn man weiß, dass man viele Termine an diesem Tag hat.

Ansonsten aber sehr schön geritten und mit etwas mehr Vorbereitung beim nächsten Mal auch sicherlich eine gute Show!

11.10 Uhr – 11.30 Uhr: Parelli Natural Horsemanship (Parelli Instruktoren Team)

Ich persönlich stehe dem NHS nach Parelli ja eher skeptisch gegenüber. Besonders deswegen wollte ich mir den halbstündigen Vortrag darüber nicht entgehen lassen, um einen besseren Einblick in deren Arbeitsweise zu bekommen. Die Vorstellung war allerdings komplett ohne Erklärung, das fand ich wirklich, wirklich schade.

Sie war schön anzusehen, das steht außer Frage. Es wurde sanfte Musik gespielt und man sah Klaudia Duif und einen Mann mit ihren Pferden auf verschiedenen Wegen arbeiten. Einmal am Bodenseil mit Kotenhalfter, einmal erst mit Trense und dann vollkommen frei zu Pferde. Ich kann mir vorstellen, dass die Leute dadurch einen ersten, optischen Eindruck der Parelliarbeit bekommen sollten (und natürlich gibt es immer noch einen „Oh, wie schön!“ Effekt, wenn jemand ohne Zäumung reitet), um dann später am Stand näher dazu Fragen zu stellen.

Dennoch hätte mich der Weg dahin, mit einschlägigen Erklärung dazu, mehr interessiert, da ich leider durch ein straffes Programm weniger die Zeit hatte, mir am Stand alles genau erklären zu lassen.

 

11.30 Uhr – 12.00 Uhr: Equikinetic® (Michael Geitner)

Den Herrn Michael Geitner habe ich an diesem Tag auch zum ersten Mal live und in Farbe gesehen. Man merkt sofort, er ist ein Bayer durch und durch und trat sehr humorvoll, aber auch sehr selbstbewusst auf. Er erläuterte, wie er damals durch einen Freund auf die Militärreitweise gebracht wurde und sich daraus schlussendlich die Equikinetik® entwickelte hatte. Zunächst war er neugierig, wie die Pferde damals ausgebildet und aufgebaut wurden. Laut seinem Freund wurde fast alles auf einer 8 Meter Volte gelöst. Das machte ihn neugierig und mit dem Intervalltraining aus dem Humanbereich zusammen, entstand dann später sein effektives Trainingskonzept.

Während Michael Geitner über die Equikinetiv® berichtete, dessen Vorteile nannte und auch auf die Farberkennung von Pferden einging, zeigten zwei junge Mädchen am Boden und zu Pferd, wie die Arbeit genau aussieht. Ich muss zugeben, dass mir die Darbietung mit dem PRE am Boden nicht zu 100% zugesagt hatte und ich mir ein bisschen mehr Einfühlungsvermögen gewünscht hätte. Er wurde auch schon vorgestellt mit den Worten: „Sein Vater war ein reinrassiger PRE, seine Mutter wahrscheinlich eine Schnappschildkröte.“

Ich habe später noch eine zweite Vorstellung gesehen, bei der er noch gereizter war. Ich denke, dass das Pferd in diesem Moment einfach zu stark gestresst und überfordert war.

Was ich interessant fand, war, dass Michael Geitner intensiver auf die Frage eingegangen ist, ob eine 8 Meter Volte denn nicht zu eng wäre. Laut ihm ist sie keinesfalls zu eng und auch Tierärzte empfehlen die Equikinetic® wohl nach Verletzungs- und Stehpausen. Natürlich soll man dann aber sanft, langsam und mit viel Schrittarbeit beginnen und das Pferd nicht wild durch die Gassen zirkulieren. Als Beispiel für zu enge Wendungen nahm er eine typische Box in Mindestgröße (die bei Stehpausen meist die bevorzugte Haltungsart ist): Hier geht das Pferd eher zu enge Wendungen und das täglich, als im Equikinetic® Training.

Und da muss ich zugeben: Da hat er Recht!

11.50 Uhr – 12.00 Uhr: Showtime! (DFZ)

Als Friesenmensch musste ich mir natürlich auch die Rassevorstellung des DFZ (Deutschen Friesenpferde Zuchtverbandes) ansehen! Viel erläutert zum Friesenpferd wurde allerdings leider nicht. Im Endeffekt waren es 5 Minuten Showreiten mit Musik, was an sich auch nicht so schlimm gewesen wäre, hätte man showfeste Pferde dafür eingesetzt. Ich war wirklich sehr enttäuscht von der Darbietung. Sehr, sehr schade!

Ich plädiere wirklich dafür: Sollten die Pferde einfach zu ängstlich oder gar panisch unter dem Reiter sein, dann ist es auch vollkommen in Ordnung, wenn man sie nur im Schritt durch den Ring führt und dafür ein paar schöne Erläuterung zur Rasse abgibt.

13.30 Uhr – 14.30 Uhr: Die Lehrstunde mit Uta Gräf, Stefan Schneider und Team

Nach einer längeren Pause und einem schönen Gespräch mit Constanze Röhm (durch das ich zwar drei ursprünglich geplante Termine verpasst hab, es sich aber definitiv gelohnt hat), bin ich dann zügig in den Showring gelaufen, damit ich noch einen Platz für die Lehrstunde mit Uta Gräf bekomme. Besonders bei solche bekannten Persönlichkeiten, sind die Hallen ja immer stark befüllt und die Sitzplätze dementsprechend rar.

Nach ein paar Minuten warten, hab ich dann sogar einen wirklich guten Sitzplatz auf der Tribüne erhaschen können.

Da ich selbst nicht unbedingt der Pferdesportbegeisterte bin (was nicht heißt, dass ich gegen den Sport bin – es interessiert mich schlichtweg nur einfach nicht), kannte ich Uta Gräf eigentlich nur aus Erzählungen und Zeitungsberichten. Einen Ritt habe ich von ihr tatsächlich noch nie gesehen, daher war ich besonders neugierig, was mich jetzt erwartet.

Zuerst ritt sie mit einem wohl sehr bekannten Pferd ein und zeigte dem Publikum, wie sie es löst, wie sie immer wieder Lektionen erarbeitet und abruft, um das Pferd wirklich bei ihr zu haben und die Auftrittsnervösität etwas zu mildern. Auch ich empfand sie als sehr ruhig, freundlich und einfühlsam gegenüber dem Pferd. Zudem hat sie eine unglaublich liebevolle Art an sich, die das Publikum sehr schnell in ihren Bann zog. So plauderte sie während schwieriger Lektionen fröhlich vor sich hin, schwärmte von dem Pferd, das sie gerade unter sich hatte, erzählte etwas von seiner Geschichte und hatte dabei immer ein Lächeln im Gesicht.

Und das Gute daran ist: Man glaubt es ihr! Sie wirkte dabei niemals gekünstelt oder aufgesetzt. Ich kann den Hype um diese Frau jetzt also vollkommen verstehen und nachvollziehen. Sie ist wirklich eine sehr angenehme, sympathische und sehr bodenständige Reiterin.

Der Moderator, der durch die Lehrstunde am Boden führte (ich weiß leider seinen Namen nicht mehr), betonte immer wieder, dass die Pferde mit Ruhe und Liebe ausgebildet werden müssen, dass Zwang der falsche Weg im Sport sei und er kein Pferd zu eng sehen möchte. Auch als Uta Gräf zwischendurch auf einem sehr nervösen Pferd saß, nahm er immer wieder große Rücksicht, rief das Publikum dazu auf, erst zu Applaudieren, wenn sie mit dem Pferd sicher die Halle verlassen hatte und war auch immer darauf bedacht, den Reitsport in ein gutes Licht zu stellen.

Auch wenn das alles natürlich einen faden Beigeschmack hat, dass man sich so um einen guten Ruf bemühen muss und es nicht als selbstverständlich ansieht, so finde ich diese Entwicklung doch sehr gut und auch sehr wichtig. Nur so kann man auch der nachreitenden Jugend erklärlich machen, dass nicht jeder Weg im Sport ein guter Weg ist und es auch in jeder Sparte der Reiterwelt sowohl gute, als auch schlechte Wege gibt.

Als zweites Pferd stellte sie die Stute einee Para-Reiterin vor (auch hier habe ich mir leider keine Namen merken können), die sie mit ausgebildet hat und nun ab und an auf Turnieren vorstellt. Hier war es wichtig, dass das Pferd besonders sensibel auf die Gewichts- und Schenkelhilfen trainiert wird, so dass die Para-Reiterin das Pferd später einhändig reiten kann (da sie bei einem Unfall ihren linken Arm verloren hatte). Die Stute war sehr angespannt und nervös, Uta hatte sie mit den verschiedensten Lektionen dann aber sehr gut beschäftigen und beruhigen können, was auch sehr beeindruckend war.

Zwischendurch wurde Uta Gräfs Mann, Stefan Schneider, vorgestellt. Er ist ebenfalls als Trainer und Ausbilder unterwegs und präsentierte einen Junghengst am Langzügel, der gerade für eine Jungpferdeprüfung vorbereitet wurde. Dieser Hengst stand allerdings wirklich komplett unter Anspannung und wurde bis zum Schluss der Vorstellung auch nicht ruhiger. Stefan lies ihn am Langzügel um sich herum zirkulieren und bewegen. Dass der Hengst in diesem Moment aber „einfach Spaß an der Bewegung hat und einfach nur etwas kernig ist“, wie er sagte, kann ich so nicht unterschreiben. Das Pferd war von der Messesituation einfach überfordert und dem entsprechend gestresst.

Ich glaube auch, das er das selbst sehr genau wusste, es aber einfach netter für das Publikum formulieren wollte. Er gab ja immerhin auch selbst zu, dass das Pferd an diesem Tag nicht schön lief. Somit war es zwar keine schöne Darbietung, aber dennoch schön anzusehen, wie ruhig und freundlich der Trainer mit dieser Situation umgegangen ist, das Pferd nicht noch zusätzlich unter Druck gesetzt oder gar für sein Verhalten gestraft hat und auch für sich mitgenommen hat, dass es für solche Veranstaltungen einfach noch nicht soweit ist.

Später ritt Uta Gräf noch mit zwei Para-Reiterinnen ein und zeigte auch noch, wie man Grand Prix Pferd bei Laune hält und abwechslungsreich beschäftigt.

15.00 Uhr: Pferd-Mensch-Kommunikation-Körpersprache (Alizée Froment)

An diesem Tag stimmte so einiges nicht mehr, was ursprünglich in meinem Plan stand. Drei Tage vor der Messe wurden wohl kurzfristig noch einmal viele Termine umgeplant, weswegen ich von Alizée Froment leider nur noch die letzten 15 Minuten mitbekommen habe.

Alizée ist besonders für die Freiarbeit mit Pferden bekannt und war nun, nach einem Jahr Babypause, das erste mal wieder auf eine Bühne. Mit dabei hatte sie einen jungen Ponyhengst, mit dem sie die Anfänge der Freiarbeit präsentierte. Der kleine war unglaublich niedlich, aber auch teilweise recht frech und abgelenkt von seiner Umwelt. Man merkte Alizée zwar an, dass sie davon ein wenig genervt war (und wer wäre das nicht in diesem Moment), aber sie konnte es immer wieder gut überspielen, sammelte sich und holte das Pony mit Stimmkommando wieder zu sich zurück und begann einfach wieder von vorne.

Was mich allerdings etwas irritiert hat, war ihr dauerhaftes Geschnalze mit der Zunge. An sich habe ich ja überhaupt nichts gegen Stimm- oder Lautkommandos einzuwenden, aber dieser dauerhafte Schnalzton hat sich in seiner Funktion für mich einfach nicht erschlossen (und irgendwann auch einfach nur noch genervt). Sollte das Pferd rückwärts gehen, wechselte Alizée zu einem Zischlaut – da habe ich den Sinn sehr schnell verstanden, aber das dauerhafte Schnalzen erschließt sich mir bis heute nicht.

16.00 Uhr – 16.20 Uhr: Burnout beim Pferd (Alexandra Edinge)

Der Vortrag von Alexandra Edinge zum Thema „Burnout beim Pferd“ war sehr spannend und aufschlussreich! Es ist erschreckend, wie viele Pferde heute eigentlich an Burnout oder den Anfängen davon leiden und wie stark die Zahl mit den Jahren steigt. Fast 80% aller Pferde im Leistungsport leiden an Magengeschwüre, 67% aller Pferde allein im Freizeitbereich.

Aufklärende Vorträge dieser Art sind heutzutage unglaublich wichtig. Ist das Kind erst einmal in den Brunnen gefallen, so bekommt man es dort sehr schwer wieder heraus. Die Therapien dauert mindestens 6 Monate und ein Pferd aus dem Sport wird meist auch nie wieder zurück kehren können. Prävention ist hier das Stichwort!

17.00 Uhr – 17.20 Uhr: Die Psyche des Pferdes – Stressfrei trainieren durch Motivation (Dr. Vivian Gabor)

Als letzten Akt habe ich mir Dr. Vivian Gabor angesehen, die, passend zur Vorrednern, ebenfalls noch einmal über die Psyche des Pferdes referierte und aufzeigen wollte, wie ein Pferd stressfrei und motiviert trainiert werden kann.

Was sie erzählte war einleuchtend und sehr verständlich, allerdings gefiel mir das Verhalten ihres Pferdes überhaupt nicht. Für mich wirkte es lethargisch und überhaupt nicht stressfrei. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, was ich davon halten soll, habe mir aber definitiv etwas anderes vorgestellt. Da ich weiß, dass eine Vorführung unter Messebedingungen immer etwas schwerer ist, werde ich mich im Nachgang noch einmal mehr mit ihr, ihren Trainingsmethoden und ihrem Umgang mit dem Pferd beschäftigen, um zu sehen, ob der erste Eindruck vielleicht doch nur getäuscht hat.

Zugesagt hat mir diese Vorführung an dem Tag leider überhaupt nicht.

17.20 Uhr – 17.40 Uhr: Purzel speckt ab! (Constanze Röhm)

Eigentlich stand Conny Röhm für Samstag (abgesehen von einem Besuch am Stand) bei mir gar nicht auf dem Plan. Nachdem Dr. Vivian Gabor jedoch den Ring verlassen hatte und ich zufällig mitbekommen habe, wie Frau Röhm den Ring betrat, blieb ich dann doch noch etwas stehen. Mit Vorträgen von Contanze Röhm kann man nichts falsch machen und bekommt durch ihre lockere Art definitiv gute Laune.

Da zur Messe keine pummeligen Beispielpferde vorhanden waren und Conny ein weiteres Thema hatte, dass ihr sehr am Herzen lag, kam kurz vor Messeende die erste Planänderung, über die ich mich tatsächlich gefreut habe. So wurde das Thema schnell von „Purzel speckt ab!“ zu „Training mit Pulsmessung“ geändert. Ein Thema, mit dem ich mich tatsächlich bisher auch noch nie auseinander gesetzt habe.

Als Beispielpferde waren ein Reitpony Wallach und ein, momentan etwas zu schlanker, Haflinger Wallach dabei, der nach kurzer Einführung auch gleich ein Pulsmessgerät umgeschnallt bekam. Im Durchschnitt hat ein Pferd einen Ruhepuls von 28 bis 50 Pulsschlägen in der Minute. Der Haflinger hatte nur durch die stressigen Messebedingungen alleine, während er im Ring im Schritt geführt wurde, einen Puls von rund 80 Schlägen in der Minute!

Natürlich hat man an seinem Gesicht angesehen, dass er nicht vollkommen entspannt war, so nervös oder aufgeregt wirkte er aber dennoch nicht. Hat man ihn nun ein oder zwei Schritte seitwärts treten lassen, so erhöhte sich der Plus weiter auf fast 140 Schäge! In diesem Fall hatte das Pferd nur ein paar Runden im Schritt absolviert und ist nur für ein paar kleine Momente seitwärts gegangen, hatte seinen Zielpuls dabei aber schon längst erreicht und war mitten in der Verbrennungsphase.

Es war wirklich faszinierend mit anzusehen, wie wichtig es sein kann, den Plusschlag seines Pferdes einmal mit zu beobachten und das Training darauf auszurichten. Ich werde mir jetzt wohl auch so eine Uhr zulegen müssen!

Weg zum Hotel

Nachdem ich nun den ganzen Tag auf der Messe von einer Vorführung zur nächsten gehetzt bin, musste ich danach noch mitten im Schneegestöber knapp 3,5 km zu meinem Hotel laufen. Ich hätte sicherlich auch irgendeine Bahn nehmen können, da ich mich aber nicht so wirklich mit dem Bahnnetz auskannte und mir vorab schon eine kleine Karte mit meiner Wegstrecke ausgedruckt hatte, bin ich dann doch lieber noch das Stück zu Fuß gelaufen.

Das war auch ganz gut so, denn so kam ich noch an einer Kaufhalle vorbei, um mir mein wohlverdientes Abendbrot zu kaufen (und ein kleines Schlückchen Wein für die Entspannung). Nachdem ich mich im Hotel frisch gemacht habe, was gegessen habe, habe ich es mir mit dem Wein auf dem Bett gemütlich gemacht und noch eine kurze Tageszusammenfassung in Stichpunkten verfasst, damit ich euch hier alles genau berichten kann, ehe ich dann irgendwann nach 22.30 Uhr ins Land der Träume geglitten bin.

Tag 2 – Sonntag, 10. Dezember 2017

Nacht im Hotel & Weg zur Messe

Ich muss sagen, ich habe im Bed `n` Budget Hotel wirklich gut geschlafen und auch das Zimmer war zwar schlicht, aber vollkommen ausreichend eingerichtet. Für 29€ die Nacht ein richtiges Schnäppchen. Das einzige ärgerliche waren eigentlich nur die Wände, die viel zu dünn waren. Ich habe jetzt auch gelernt, bei der Buchung darauf zu achten, dass ein Gemeinschaftsbad nicht direkt gegenüber vom eigenen Zimmer ist. Das mag total bequem sein, wenn man mal auf die Toilette muss, bei regem Verkehr ist es aber auch eine unglaubliche Lärmquelle, die nicht gerade entspannend ist.

Nach dem Check Out am Morgen ging es dann wieder die 3,5 km Fußweg zurück zur Messe. Dabei kam mir der Weg diesmal allerdings viel kürzer vor, was ich sehr begrüßte.

Das Schöne war, dass am Sonntag meine Freundin Ariane ebenfalls zur Pferd & Jagd angereist war und wir somit den ganzen Tag gemeinsam auf der Messe verbringen konnten. Nachdem wir uns dann also vor dem Messeingang getroffen haben, ging es endlich auf zu Tag 2!

10.40 Uhr – 11.00 Uhr: Schmerzen beim Pferd erkennen (Alexandra Edinge)

Nachdem ich mich mit Ariane noch ein wenig unterhalten hatte und so den ersten Vortrag leider nicht wirklich aufmerksam mitbekommen habe, haben wir uns beim zweiten Vortrag dann wieder konzentriert.

Ich hatte Alexansdra Edinge am Tag 1 schon bei einer Vorführung kennengelernt und war neugierig darauf, wie man vor dem endgültigen Burnout nun Schmerzen, Sorgen und Probleme vom Pferd frühzeitig erkennen kann. Die Anzeichen können minimal oder aber auch sehr deutlich sein. Sie fing mit dem bekannten Schmerzgesicht an: Ein zerknittertes Maul, Sorgenfalten über den Augen und meist nach hinten gerichtete Ohren sind ein eindeutiger Zeiger, dass das Pferd Schmerzen oder ein allgemeines Unwohlsein empfindet.

Aber auch extremere Äußerungen, wie das Giften beim Satteln, das Buckeln unter dem Reiter, das Durchgehen oder auch das Schnappen beim Putzen können immer Anzeichen von Schmerz beim Pferd sein. Sie rief dazu auf, dass man als Besitzer oder auch Reitbeteiligung sein Pferd immer eine Minute lang am Tag beobachten soll, ehe man sich mit ihn intensiver beschäftigt. Irgendwann bekommt man ein Gefühl dafür, welches Verhalten vom eigenen Pferd normal ist und welches nicht. So kann man Veränderungen beim Pferd schneller erkennen und dementsprechend bei Schmerzen auch schneller handeln.

Ein sehr guter Rat, den ich hier auch jedem ans Herz lege!

11.00 Uhr – 11.20 Uhr: Genetische Varianz – Ein Shetty ist kein Shirehorse (Constanze Röhm)

Dass ein Shetty kein Shirehorse ist, ist eigentlich jedem klar, doch wissen einige auch, dass die Fütterung eines Tinkers anders aussehen muss, als die Fütterung eines blütigen Arabers? Die genetische Varianz spielt bei der Fütterung eine unglaublich große Rolle und bekommt leider noch nicht die nötige Aufmerksamkeit, die sie kriegen sollte. Besonders, da mittlerweile viele Spezialrassen, wie Tinker, Friesen, Norweger oder Isländer gekauft werden, die in der Fütterung eine besondere Rolle einnehmen.

In den Empfehlungstabellen der heutigen Zeit findet man nur Angaben für ein durchschnittliches Sportwarmblut. Doch unsere Pferde heutzutage haben viel mehr Haare, einen größeren Darm und müssen dabei noch vollkommen unterschiedliche Aufgaben bewältigen. Fazit: Die Pferde sind meist zu dick, zu dünn oder leiden unter anderen Stoffwechselerkrankungen, die man mit der richtigen Fütterung hätte vermeiden können.

Ein guter und wieder sehr amüsanter Vortrag von Constanze Röhm, der zum Nachdenken anregt.

11.20 Uhr – 12.00 Uhr: Zusammenspiel von Lahmheiten, Hufproblemen und die Rolle der Fütterung (Marco Lentsch, Michael Strussione, Constanze Röhm)

Gleich danach ging es auch schon weiter mit Conny Röhm und zwei weiteren Herren. Marco Lentsch bietet thermografische Untersuchungen beim Pferd an und hatte einige spannende Geschichten zu erzählen, wie frühzeitig und was man alles auf thermografischen Bildern erkennen kann. Michael Strussione ist Hufschmied und konnte das Thema aus einem weiteren Blickwinkel betrachten und dementsprechend erläutern.

Besonders auf das Thema Hufrehe sind alle Drei zusammen näher eingegangen und haben nacheinander erzählt, wie sie als jeweiliger Experte die Problematik behandeln und angehen würden. So würde der Thermograf die Hufrehe sofort auf seinen Bildern erkennen und zeigte an anatomischen Zeichnungen, wo die Wärme besonders gut zu sehen wäre, der Hufschmied würde währenddessen versuchen, die Hufe korrekt zu entlasten und dem Pferd die größten Schmerzen nehmen. Die Futterexpertin verdeutlichte währenddessen noch einmal, wie wichtig es ist, dass ein Pferd während und nach der Hufrehe wirklich bedarfsgerecht gefüttert werden muss, um nicht einen erneuten Reheschub zu erleiden.

Besonders auf diesem Gebiet scheint es noch unglaublich viel Aufklärungsbedarf zu geben. Ein schöner Vortrag, der viel Informationen beinhaltete. Nur die Experten hätten sich vorher ein wenig besser absprechen können, wann wer worüber spricht – ab und an war es doch etwas verwirrend und durcheinander.

12.40 Uhr – 13.00 Uhr: Effektvoller Ausgleich von Nährstoff-Dysbalancen bei Cushing (Dr. med. vet. C. Sapper von navalis® nutraceuticals)

Da ich eine Freundin habe, dessen Haflinger jüngst an Cushing erkrankt ist, wollte ich mir auch den Vortrag von navalis zu dem Thema anhören. Vielleicht konnte ich ihr so eine Empfehlung von der Messe mitbringen.

Der Vortrag von Frau Dr. Sapper war flüssig gehalten und gut strukturiert. Man merkte genau, dass dies nicht ihr erster Vortrag zum Thema war und sie sehr gut vorbereitet war. Natürlich bin ich bei Vorträgen von Herstellern, die damit ja auch ihr Produkt verkaufen wollen, recht vorsichtig und immer etwas kritisch. Frau Dr. Sapper hat aber sehr souverän sowohl Vor- als auch Nachteile aufgezählt und ihr Produkt nicht nur in dem Himmel gelobt, sondern die Zuhörer auch sehr gut über das Thema Cushing informiert und aufgeklärt.

13.00 Uhr – 13.30 Uhr: Freiarbeit, Motivation, Kommunikation mit Pferden (Peer Claßen, Jenny Wild)

Ich habe von Jenny Wild und Peer Claßen zwei Bücher zuhause zu stehen und war natürlich neugierig, die beiden auch endlich mal live zu sehen. Wie oben schon erwähnt, stehe ich dem NHS zwar etwas kritisch gegenüber, war aber von den Büchern nicht abgetan und somit noch gespannter, wie der Umgang mit den Pferden denn im Endeffekt nun aussieht.

Ich muss sagen, ich war sehr positiv überrascht, wie sanft und liebevoll beide mit ihren Pferden umgegangen sind. Hauptschwerpunkt der Vorführung lag an dem Tag auf dem Verladen des Pferdes. Alle Pferde sind vollkommen entspannt und ohne Stress in den Hänger gegangen. Man merkte, dass die beiden wirklich gute Vorarbeit geleistet haben und die Pferde auch nicht mit Zwang an den Hänger gewöhnt wurden.

Auch außerhalb des Hängers wirkten beide Pferde sehr glücklich mit ihren Besitzern, waren sicherlich auch ein wenig nervös von der Messe, zeigten aber vollstes Vertrauen und waren trotzdem noch neugierig gegenüber ihrer Umgebung.

Wirklich eine sehr, sehr schöne Darbietung!

13.30 Uhr – 13.45 Uhr: Longieren als Dialog – Takt und Tempo bei Barockpferden (Katharina Möller)

Katharina Möller wird von vielen einschlägigen Personen in den Facebook Longier-Gruppen empfohlen, weswegen ich sie mir ebenfalls unbedingt ansehen wollte. Die Faszination um diese Frau kann ich mittlerweile selbst gut nachvollziehen, sie hat ein fundiertes Fachwissen von der Biomechanik des Pferdes und gab wertvolle Trainingstipps, die ich auch in mein Training adaptieren werde.

Das Einzige, das ich sehr schade fand, war die nicht so schöne Darbietung mit dem Vorführpferd. Der zur Verfügung gestellte PRE war nicht einfach und sehr nervös – was an sich ja kein Problem war, die Longenführerin erkannte in dem Moment allerdings nicht, dass sie die Peitsche die ganze Zeit in einer zu stark treibenden Position hatte und er dadurch sehr gereizt und flott unterwegs war. Ich kenne das Verhalten sehr gut von einigen anderen Spaniern. Sie sind einfach oft viel sensibler, weswegen man auf die Position einer Peitsche genau achten sollte, besonders, wenn das Pferd in früheren Jahren keine guten Erfahrungen damit gemacht hatte.

Ich hätte mir wirklich gewünscht, dass Katharina oder auch die Besitzerin des Pferdes selbst, sie kurz darauf hinweisen, sodass man die von Katharina Möller beschrieben Übungen besser sehen hätte können und das Pferd nicht vollkommen gestresst einen Kreis nach dem anderen zentrifugiert.

14.00 Uhr – 14.20 Uhr: Rehatraining (Claudia Weingand, Katharina Möller)

In der Vorführung führte Katharina Möller die Longe und Peitsche diesmal selbst und man sah ganz deutlich, dass der PRE sich langsam entspannte und abschwitzte. Das verdeutlichte auch noch einmal mehr, dass es in der Vorführung davor eher an der Longenführerin, als am Pferd lag, das eigentlich einen wirklich guten Job gemacht hatte. Aber wie heißt es doch so schön: Fehler passieren und ich glaube schon, dass sie daran arbeiten wird.

Während Katharina also das Pferd im Schritt führte und die Übungen diesmal vorzeigte, so referierte Claudia Weingand in der Zeit über das Thema Rehatraining beim Pferd. Hier ging es vor allem darum, wie man das Pferd nach einer Krankheitsphase wieder langsam aufbauen und trainieren kann, wie effektiv doch kleine Übungen im Schritt sind und worauf man dabei alles achten sollte.

Stände & Shopping-Erlebnis

Nach dem Vortrag über das Rehatraining eines Pfedes, hatten Ariane und ich beschlossen, dass es nun endlich an der Zeit war, mit dem Shopping-Erlebnis zu starten. Da ich an Tag 1 extra gar nichts eingekauft habe, damit ich es nicht die ganze Zeit mit mir herumtragen muss, konnte wir nun der Shoppingwut endlich nachgeben und die Stände genauer betrachten.

Wir sind systematisch Halle für Halle und Stand für Stand abgegangen. Ich hatte mir eine Trense und eine Schabracke vorgemerkt, die ich mir dann auch endlich holen konnte. Meine Ausbeute war gar nicht schlecht, hauptsächlich habe ich für mein Schulpferdchen Russel eingekauft, dessen Zubehör schon etwas in Mitleidenschaft geraten ist.

Hier meine Ausbeute:

  • Eine gold-gelb unterlegte Trense mit einem gold – grünen Stirnband für 38€
  • Eine VS-Satin-Schabracke in tannengrün mit goldener Kordel für 37€
  • Ein braunes Halfter mit goldenen Beschlägen für 10€
  • eine Fliegenhaube in bordeaux / blau für 7€
  • ein Fellpad in braun für 20€

Was mich richtig ärgerte, war, dass der Stand von Michael Geitner keine Messerabatte angeboten hatte. Ich habe extra beim Black Friday Sale nicht zugeschlagen, da ich mir dachte, dass es auf der Messe ebenfalls Rabatt geben wird und ich mir dort dann in Ruhe meinen Wunschkappzaum kaufen kann. Pustekuchen, sparen konnte man nur am Versand. Ich habe mich wirklich sehr geärgert und keinen Kappzaum mitgenommen. Dann warte ich doch lieber wieder auf eine Online Rabattaktion.

Heimweg: Zurück nach Berlin!

Kurz vor 18.00 Uhr machten wir uns dann auf den Weg zum ZOB Hannover, um pünktlich unseren Flixbus nehmen zu können, der 18.55 Uhr losfahren sollte. Wie ihr wahrscheinlich selbst mitbekommen habt, fiel um diese Uhrzeit schon der erste Schnee und verwandelte auch Hannover in eine weiße Stadt.

Leider fanden Bus und Bahn das Schneegestöber nicht so schön und fielen komplett aus. Und dann saßen wir da: Getrandet in Hannover.

Da unser Bus starke Verspätungen hatte, wurden wir von Flixbus automatisch auf einen 20.25 Uhr Bus umgebucht. Gut, war nicht berauschend, aber die Zeit ja absehbar. Wir haben es uns dann in der Wartehalle des ZOBs gemütlich gemacht und brav gewartet. Aber man mag ja nicht glauben, dass der 20.25 Uhr Bus dann auch wirklich kam. Natürlich nicht! Also hieß es wieder warten. Gegen 21.30 Uhr kam dann auch tatsächlich ein Bus nach Berlin an, der hat uns aber nicht mitgenommen und ist mit lächerlichen 5(!) Passagieren zurück nach Berlin gefahren. Wir wurden ja nicht auf seinen Bus umgebucht und sollten gefälligst warten, bis unserer kommt.

Da war ich dann langsam an meiner Gemütsgrenze.

Ich verstehe es vollkommen, dass die Busse nicht pünktlich waren. Wenn die Autobahn voll ist, ist sie halt voll. Für Stau kann ja keiner was und lieber fährt der Busfahrer im Schneegestöber langsamer, als gegen die Leitplanke. Die Gäste dann in einer Ausnahmesituation aber so unhöflich zu behandeln und mit einem fast leeren Bus wieder los zu fahren. Da hört der Spaß dann auf!

Frustriert sind wir zum Hauptbahnhof rüber gelaufen und wollten uns in den Zug setzen, ehe wir gar nicht in Berlin ankommen. Da hatten wir allerdings leider auch kein Glück, denn die Bahn fuhr auch nicht. Frustriert wie wir waren, haben wir uns im Bahnhof dann erstmal eine Flasche Wein gekauft und sind mit dieser zurück zur Wartehalle. Man muss sich den Abend ja irgendwie schön machen.

Mit 3/8 im Turm hat man sich dann auch weniger aufgeregt, als um 22.00 Uhr auch noch die Wartehalle des ZOBs geschlossen wurde und man uns alle tatsächlich auch noch in die Kälte geworfen hatte. Dafür mussten wir im Späti dann noch Flasche Nummer 2 kaufen.

Gegen 23.00 Uhr kam dann endlich ein weiter Bus nach Berlin an – natürlich auch nicht unserer. Diesmal war der Busfahrer jedoch so freundlich und hat uns direkt auf seinen Bus umgebucht, weswegen wir endlich alle einsteigen durften. Statt Sonntag Abend um 22.10 Uhr, war ich dann endlich Montag Morgen um 4.00 Uhr in Berlin angekommen. Danke lieber Flixbus-Fahrer!

Fazit

Die Messe war sehr schön und sehr voll! Besonders an Markenständen wie Spooks, Eskadron und Pikeur war regelrecht die Hölle los, so dass man zu Stoßzeiten dort kaum durch kam. Die Vorträge und Auftritte waren ebenfalls sehr abwechslungsreich und wieder mit viel Input versehen. Natürlich gab es neben den Guten auch ein paar Schlechte, die Zahl der guten Darbietungen überwog jedoch eindeutig.

Ob man wirklich Schnäppchen reißen konnte – ehrlich gesagt, ich weiß es nicht. Ich habe mal auf der Webseite vom Händler meiner neuen Trense nachgeschaut und gesehen, dass sie online nur 35€ (statt 40€ Messepreis) kostet. Ärgert einen im Nachgang schon.  Mir wurde von vielen Händlern, mit denen ich mich unterhalten hatte, aber auch berichtet, dass dieses Jahr wahnsinnig viel geklaut wurde, bei einem Kollegen haben sie wohl sogar die ganze Kasse geleert.

Schade! Durch solche Missstände können Händler kaum noch Schnäppchen anbieten, denn irgendwie müssen sie den Verlust ja ausgleichen. Zudem kommen noch Standkosten dazu, die ebenfalls auf die Besucher umgeschlagen werden müssen. Verständlich. Dennoch schade für den ehrlichen Endkunden.

Neben den Vorführungen und Ständen, habe ich viele wundervolle Gespräche geführt, nette Leute kennengelernt und auch so viele Altbekannte wiedertreffen können – gerade Das liebe ich besonders an solch großen Messen!