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Lange Geraden

Trainingseinheit der Woche: Lange Geraden

Das Training mit langen Geraden und großen Zirkeln kann besonders dann sinnvoll sein, wenn das Pferd nach langer Pause wieder antrainiert werden muss, aus anderen gesundheitlichen Gründen keine engen Wendungen gehen darf oder ganz am Anfang der Ausbildung steht. Da Pferde in dem Falle meist noch sehr große Gleichgewichtsprobleme haben und die benötigten Bänder und Sehnen noch nicht ausreichend gedehnt sind, sollte man zunächst mit wenig Stellung und Biegung arbeiten, um es langsam an die Arbeit heran zu führen und nicht sofort zu überfordern.

Ein Training komplett ohne eine Ecke oder eine Biegung ist auf dem Platz natürlich schwer, da man immer wieder an das Ende der Bahn gelangt und gezwungener Maßen irgendwann abwenden muss. Die wenigen Biegungen, die man dabei hat, kann man dann aber für ein gezieltes Training nutzen.

Aber nicht nur für den sanften Trainingsaufbau eignen sich lange Geraden gut, sondern auch für das Abteilungsreiten! Hat man eine kleine oder größere Gruppe von Reitern, können diese Übungen super sein, um die Reiter auf korrekte Abstände vorzubereiten, ohne sich dabei viel in die Quere zu kommen.

Stangen und Pylonen können dabei nicht nur Orientierung bieten, sie machen das Pferd auch aufmerksam, sorgen für die nötige Konzentration und helfen natürlich auch dabei, die Beinaktion zu fördern. Wer mehr über sie Stangenarbeit wissen möchte, schaut doch mal in meinen Beitrag darüber: Das Stangentraining.

Parcoursaufbau – Abstände und Materialien

Die drei Stangen sind mittig in der Bahn ausgelegt und sollten zueinander so viel Abstand haben, dass ein Pferd bequem hindurch reiten kann. Auch zur Bande sollte dementsprechend Platz zur Verfügung stehen.

Die Pylonen in den Ecken sollten ein bequemes Herumreiten ermöglichen ohne, dass die Ecke zu scharf genommen werden muss. Das ist natürlich immer davon abhängig wie groß das Pferd ist – hier müsst ihr für euch selbst ntscheiden, welcher Abstand sich am besten eignet. Die Pylone bietet hier vor allem eine optische Sicherheit und muss nicht so eng wie möglich geschnitten werden.

Trainingsaufbau

Die erste Möglichkeit besteht aus einer verkleinerten Ganzen Bahn, die sich an den Pylonen orientiert. Hierbei kann man an der langen Seite zwei Stangen mit einbringen, ohne das Pferd zu stark zu überfordern. Die Stange wird in diesem Fall gerade angeritten, was es für das Pferd noch einmal einfacher macht. Fortgeschrittere Reiten können diese Übung zum Beispiel auch für eine längere Galoppstrecke nutzen, bei der sich das Pferd strecken kann.

Hufschlagfiguren, die hauptsächlich aus langen Geraden bestehen, können auch jederzeit in die Formation mit eingebracht werden. Dazu gehört zum Beispiel, wie in Übung 2 zu sehen, der Wechsel durch die Ganze Bahn und der Wechsel durch die Länge der Bahn, wie in Übung 3 und 4 zu sehen.

Der Wechsel durch die Ganze Bahn wird durch die mittige Stange etwas erschwert. Hier muss das Pferd schräg über das Hindernis schreiten, was unkoordinierten Pferden noch sehr schwer fallen kann. Sollte das Pferd den Kopf stark absenken, um sich das Hindernis genau anzusehen, so solltet ihr hier unbedingt nachgeben und dem Pferd die Chance dazu geben. So nehmt ihr ihm nicht nur die Angst vor dem Hindernis, es lernt auch für sich, wie es den Schritt darüber am besten einzuschätzen hat.

Geht man durch die Länge der Bahn, kann man sich aussuchen, ob man über oder lieber durch die Stangen geht. Beides hat einen effektiven Trainingseffekt. Während über die Stange die Koordination und die Beinaktivität gefördert wird, so kann man sich durch die Stangen besser orientieren, ob man wirklich gerade in seiner Hufschlagfigur bleibt. Auch hier muss das Pferd genauer schauen, ob es wirklich durch die Stangen läuft oder nicht doch einen Ausfallschritt daneben macht.

Die Raute durch die ganze Bahn hilft uns dabei, die harten Ecken von vier auf zwei zu minimieren. So sind die Biegungen bei C und A zwar noch recht eng, bei B und E dafür viel sanfter und großraumiger. So schnell kann man sich das Leben auf dem Reitplatz erleichtern und hat dabei noch vier relativ lange Geraden, die man für jeder Art von Übung nutzen kann.

Etwas kürzere Geraden erreicht man auch mit einem Wechsel durch die Halbe Bahn. Hier hat man zusätzlich noch die Stangen zur Orientierung und Anlehnung. Fortgeschrittenere Reiter könnten diese Stangen auch wunderbar für Seitengänge nutzen, sich zwischen die Lücken der Stangen schlängeln oder auch an ihnen vor und zurück schaukeln. So können mehrere Reiter die Bahn gleichzeitig nutzen und man muss nicht nur für sich die Formation aufbauen.

Neben langen Geraden, sind natürlich auch sehr großflächige Zirkel wunderbar für den sanften Aufbau vom Pferd geeignet. Diese können in der Formation entweder ohne Hilfsmittel oder auch mit Stangen eingesetzt werden. Dabei wird der Zirkel in der letzten Übung einfach nur minimal verkleinert und schon hat man einen Zirkel, der über zwei Stangen geht.

Weiterführendes

Hier gehts zu allen Einheiten der Woche:
Training > ÜbungsideenEinheit der Woche

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Training > ÜbungsideenStangenserie – Übungen mit Stangen
Training > ÜbungsideenPylonenserie – Übungen mit Pylonen

Hier erfährst du, wie du dein Trainingsmaterial selbst herstellen kannst:
Tipps & Tricks > DIY Ecke > DIY Hack: Stangen und Cavaletti
Tipps & Tricks > DIY Ecke > DIY Hack: Poolnudel-Gassen

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