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Rückwärtsrichten Teil 2

Trainingseinheit der Woche: Rückwärtsrichten Teil 2

Neue Woche – neues Glück! Nachdem letzte Woche das Rückwärtsrichten im Fokus lag, bleiben wir diese Woche bei der Thematik und vertiefen sie noch einmal.

Wer frisch in das Rückwärtsrichten eingestiegen ist, wird in einer Woche vermutlich keine solche riesen Fortschrittssprünge machen können – und das ist auch vollkommen in Ordnung so. Diese Trainingsstunde ist perfekt durchgeplant und berücksichtigt keine eventuellen Schwachstellen vom Pferd – denkt also bitte immer daran, das Ziel an die Bedürfnisse eures Pferdes anzupassen und die Lektionen gegebenenfalls in mehrere Stunden aufzusplitten. Gebt euch und eurem Pferd alle Zeit, die es braucht und addiert den 2. Teil erst dann hinzu, wenn ihr dafür bereit seid.

Alle Rückwärtsübungen von letzter Woche können auch mit dieser Formation gemeistert werden, ihr könnt also frei entscheiden, ob ihr sein Schritt weiter gehen wollt – beziehungsweise könnt – oder nicht.

Gedankenstütze

Es sollte niemals mehr als eine ganze Bahn geritten werden.
Eine Übung sollte generell niemals mehr als 3 mal direkt hintereinander geritten werden.
Die maximale Trainingszeit beträgt 60 Minuten – davon sollten mindesten 15 – 25 Minuten Aufwärmphase sein.

Aufwärm- & Arbeitsphase

Übung 1
Übung 1
Übung 2
Übung 2

 

Für die Aufwärmphase gibt es durch die Formation zusätzliche Übungswege, die das Pferd lockern und Schritt für Schritt erwärmen. Mit Übung 1 und 2 werden Bahnfiguren, wie durch die halbe Bahn wechseln und durch die ganze Bahn wechseln aufgepeppt und lassen das Pferd zusätzlich die Beine heben. Es muss somit nicht nur seine Aufmerksamkeit auf uns und das Training lenken, sondern wird durch den erhöhten Bewegungsradius auch geschmeidiger.

Übung 4
Übung 3
Übung 4
Übung 4

 

Schlängelwege über und durch die Stangen sorgen für die nötige Stellungs- und Biegungsarbeit. Hier gibt es natürlich noch mehr Varianten, als hier angegeben. Hier sollte immer wieder Abwechslung eingebracht werden, indem man zum Beispiel nur über eine oder zwei Stangen geht.

Ist das Pferd schon etwas aufgewärmter, kann Übung 4 auch im Schenkelweichen vollzogen werden. Auch wenn diese Trainingsstunde das Rückwärtsrichten im Fokus hat, so dürfen andere Lektionen natürlich nicht in Vergessenheit geraden. An ihnen wird in der Trainingsstunde nur nicht so intensiv gearbeitet – was natürlich nicht heißt, dass an ihnen gar nicht gearbeitet wird.

Übung 5
Übung 5
Übung 6
Übung 6

 

Eine weitere, nicht zu vergessene Übung ist der Zirkel. Die Möglichkeiten sind eigentlich fast immer sehr vielseitig. Mit dieser Formation lässt sich ein schöner, großer Zirkel üben. Die zusätzliche Stange hilft nicht nur bei der Orientierung, sondern erinnert das Pferd auch hier wieder an das korrekte Heben der Beine. Auch an der langen Seite kann jederzeit eine Volte im die Stangen bzw. Pylonen gedreht werden.

Als weitere Übung sollte das Schulterherein aufgenommen werden. Hierzu kann entweder der große Zirkel verwendet werden oder man orientiert sich an der langen Seite zwischen den Stangen und der Bande.

Intensiv-Phase

Rückwärtsrichten 1
Rückwärtsrichten 1
Rückwärtsrichten 2 u. 3
Rückwärtsrichten 2 u. 3

 

Nun geht es wieder ins Rückwärts! Als erstes sollte die Übung von letzter Woche wiederholt werden, heißt: Das Pferd wird an der langen Seite (siehe Abbildung) aufgestellt. Stange und Bande helfen uns optisch zu orientieren und das Pferd zu begrenzen. Nun geht es Rückwärts bis das Pferd mit der Vorhand auf der Höhe des Pylonen ist. Nicht vergessen: Loben!

Nach dem Loben geht es wieder vorwärts bis zum Aufstell-Punkt. Klappt dies gut, so kann nun das Wippen erneut überprüft werden. Klappt dies nicht, so sollte man erst hier weiterüben.

Beim Wippen, wir erinnern uns, lassen wir das Pferd bewusst nicht halten, sondern treiben aus dem Rückwärts sofort wieder ins Vorwärts. Das Ganze sollte 2 – 3 mal wiederholt werden, dann hat das Pferd sich eine Pause verdient. Schließlich wollen wir die Motivation erhalten. Wichtig ist hier, dass das Pferd nun nicht 1-2 Runden sinnlos durch die Bahn schlufen darf – immerhin sind wir noch im Training.

Je nach Charakter und Bedürfnis des Pferdes, kann es nun entweder auf der Stelle stehen bleiben und ein paar Sekunden entspannen oder man lässt es sich für eine Runde im Schritt oder Trab am langen Zügel strecken. Auch ein frischer Galopp kann eine Belohnung für das Pferd sein! Hier solltet ihr selbst entscheiden, was euer Pferd lieber hat. Danach werden 1-2 Übungen aus der Lösungsphase geritten ehe es zum zweiten Teil wieder in die Intensiv-Phase geht.

Zurück zur Intensiv-Phase: Wir stellen das Pferd nun vor der ersten Stange auf (Abbildung 2, rechtes Pferd). Nun muss das Pferd vorwärts über die Stange gehen, wobei wir es anhalten, sobald es nur mit den Vorderbeinen drüber ist. Die Stange liegt nun direkt unter dem Bauch des Pferdes. Jetzt geht es wieder ins Rückwärts und das Pferd muss mit den Vorderbeinen wieder zurück über die Stange. Sollte euer Pferd zögerlich sein, leitet es ruhig aber konsequent weiter an. Wichtig ist, hier nicht hektisch zu werden.

Achtung: besonders unausbalancierte Pferde können ein Problem mit der Stange unter sich haben – hier wird es euch schwer fallen, das Pferd anzuhalten, ehe es komplett hinüber gegangen ist. Solltet ihr in diese Situation kommen, so würde ich zurück zur langen Seite gehen und dort weiter Rückwärtsübungen machen und das mittige Anhalten gesondert üben (gegebenenfalls auch erst einmal vom Boden aus).

Auch nach dieser Einheit erfolgt wieder eine Pause, ehe es in die dritte und letzte Runde geht.

Für Runde 3 wird das Pferd nun in der Mitte aufgestellt, so dass es die Stange hinter sich hat. Wir beginnen damit, dass das Pferd rückwärts über eine Stange gehen soll. Natürlich ist es durch die Stange wahrscheinlich wieder etwas unsicher und wird gegebenenfalls auch mit dem Huf zuerst dagegen stoßen. Hier ist es wieder wichtig, das Pferd nicht zu hetzen und auch nicht unter Druck zu setzen, sondern in aller Ruhe aber konsequent mit seinen Hilfen fortzufahren.

Nach dieser Runde heißt es dann definitiv: Loben! … und ab ins Cool Down.

Abwärmphase (Cool Down)

Das Cool Down ist vor allem dazu da, das Pferd langsam abkühlen zu lassen. Puls und Atmung müssen sich normalisieren, ehe wir es von Trainingsplatz wegführen. Theoretisch sollten schwitzende Pferde stets trocken geführt werden, wobei dies natürlich nicht immer zeitlich möglich ist. Dennoch sollten wir dem Pferd genug Zeit geben, zumindest seinen Kreislauf wieder zu normalisieren. An sehr kalten, windigen Tagen hilft eine Abschwitzdecke auch dabei, das Pferd langsam abkühlen zu lassen – auch wenn es nicht geschwitzt hat (besonders, wenn man aus einer geschützten und wärmeren Halle kommt).

Weiterführendes

Hier gehts zu allen Einheiten der Woche:
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Stangenserie – Übungen mit Stangen
Pylonenserie – Übungen mit Pylonen

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