Einheit der Woche ·Training ·Übungsideen

Rückwärtsrichten im Fokus

Trainingseinheit der Woche: Rückwärtsrichten im Fokus

Wir alle kennen das Problem: Das Pferd braucht Muskeln, etwas für den Kopf, etwas für den Takt, etwas für die Losgelassenheit und an den Hilfen steht es auch noch nicht korrekt. Doch unsere Zeit ist knapp, die Reitbahn wird öde und verwandelt sich (besonders im Winter) langsam zum Viereck des Grauens.

Nach und nach verrennen wir uns in eine ganze Bahn nach der nächsten, haben nicht so wirklich einen Plan, die Motivation unseres Pferdes sinkt und Spaß haben wir schon lange nicht mehr dabei. Das Pferd muss abwechslungsreich trainiert werden, unser Kopf schreit nach 8 Stunden Arbeitsalltag jedoch selten noch ein kreatives „Olé!“.

Ich kenne das auch. Und leider viel zu gut.

Mit dem ersten Parcours der neuen Serie „Trainingseinheit der Woche“ werden über 16 verschiedene Wege durch die Reitbahn geboten. Ziel ist es, nicht mehr, als eine ganze Bahn am Stück zu reiten, sondern Abwechslung, Intensität und Effektivität in das Training zurück zu bringen.

Selbstverständlich kann jeder ein Training so gestalten, wie er es möchte. Diese Serie ist so ausgelegt, dass ein Trainingstag der Woche hiermit komplett durchgeplant ist. Wer das nicht möchte, kann sich natürlich auch einzelne Übungen für sich heraus picken.

Legen wir los!

Gedankenstütze

Es sollte niemals mehr als eine ganze Bahn geritten werden.
Eine Übung sollte generell niemals mehr als 3 mal hintereinander geritten werden.
Die maximale Trainingszeit beträgt 60 Minuten – davon sollten mindesten 15 – 25 Minuten Aufwärmphase sein.

Aufwärm- & Arbeitsphase

 

Auf den ersten drei Abbildungen sind die Grundübungen dieses Parcours zu sehen, die immer und jederzeit in die gerade gerittene Bahnfigur mit eingebracht werden können. Sie eignen sich besonders für die Aufwärmphase und sorgen für ein lockeres und geschmeidiges Pferd. Weiterführend können sie aber auch in der Intensiv-Phase eingebracht werden um die Muskulatur des Pferdes wieder zu lockern.

Die Stangen und Pylonen sollten so gelegt sein, dass euer Pferd jederzeit problemlos hinüber bzw. hindurch schreiten kann. Dieser Abstand ist bei jedem Pferd individuell, daher möchte ich ihn hier nicht pauschalisieren. Solltet ihr ihn für euer Pferd noch nicht kennen, so probiert die Übungen am Besten zuerst am Boden aus oder sucht euch einen Helfer, der während der Trainingseinheit für euch korrigieren kann.

 

Schlängelwege und Schlangenlinien sind der perfekte Weg um eine korrekte Stellung und Biegung zu erarbeiten. In der Aufwärmphase sollten die Bögen noch größer geritten werden, damit das Pferd langsam warm wird und sich weder überdehnt noch zerrt. Später können die Wendungen enger und intensiver werden um einen maximalen Trainingseffekt zu erzielen.

Jedes Pferd hat seine individuelle Zeit in der Aufwärmphase, besonders Pferde mit Arthrose brauchen sehr lang. Nutzt diese Zeit für die Grundübungen und Bahnfiguren, denn die Aufwärmphase ist keine Bummel-Phase – auch sie ist wichtig und gehört zum Training dazu. Durch ein planloses „Herumgurken“ wird euer Pferd leider nicht warm und  das Training danach wird für die kalten Muskel und Gelenke dann zu intensiv. Plant also mindestens 15 – 25 Minuten dafür ein!

 

Besonders vielseitig bei diesem Parcours ist der Zirkel. Seine Möglichkeiten sind hier schier endlos und sowohl in der Aufwärm- als auch in der Intensiv – Phase reitbar. Die kleinen Zirkel, die nicht nur wegen ihrer Enge schon intensiv sind, haben als zusätzlichen Trainingsfaktor die Stangen-Hindernisse und fordern das Pferd maximal heraus.

Achtet hier darauf, dass gerade Zirkel nicht mehr als 3 mal hintereinander geritten werden sollten. Besonders hier ist die Gefahr groß, sich an einer Übung zu verbeißen.

Intensiv-Phase

Mit der Intensiv-Phase geben wir jeder Trainingsstunde einen Schwerpunkt und somit auch ein Ziel. Hier werdet ihr eine Übung natürlich öfter als nur 3 mal wiederholen. Passt jedoch auf, dass ihr euch nicht zu sehr verbeißt und auch kleine Fortschritte als diese anerkennt. Nach dem 6. Mal sollte definitiv Schluss sein und eine Pause eingelegt werden. Die Intensiv-Phase besteht dabei immer aus 2 bis 3 Sätzen, die mit kleinen Pausen aufgelockert wird.

Diesmal beschäftigen wir uns mit dem Rückwärtsrichten. Die Stangen und Pylonen dienen hier als Orientierungshilfe und Rahmen das Pferd zusätzlich ein. Das Pferd sollte fleißig, aber nicht eilig und taktrein rückwärts schreiten. Der Kopf sollte dabei nicht nach oben gerissen sein. Nach dem Rückwärts geht es gleich wieder ins Vorwärts. Bleibt kurz stehen und reitet dann wieder direkt nach vorn. Klappt dies gut: Pferd ausgiebig loben und noch einmal! Klappt dies immer noch gut: Pause, Pferd loben und ein, zwei leichte Übungen einbauen.

Danach geht es zurück ins Rückwärts. Diesmal versuchen wir zwischen dem Rückwärts und dem Vorwärts kein Halt einzulegen, sondern sofort wieder anzureiten. Geübte Reiter können hier auch antraben um noch mehr Trainingseffekt zu erzielen. Seid jedoch ehrlich zu euch selbst. Klappen die Schritte davor noch nicht gut, arbeitet zuerst an der Basis.

Auch hier solltet ihr wieder das Prinzip verfolgen: Klappt dies gut: Pferd ausgiebig loben und noch einmal! Klappt dies immer noch gut: Pause, Pferd loben und diese Übung für heute beenden.

Abwärmphase (Cool Down)

Neben der Aufwärmphase ist auch die Abwärmphase von großer Bedeutung und sollte nicht außer Acht gelassen werden. Nach der intensiven Arbeit muss der Körper die Möglichkeit bekommen, langsam seine Körpertemperatur wieder herunter zu regulieren und die Atmung wieder zu normalisieren. Ein pumpendes, schwitzendes Pferd sollte so niemals die Bahn verlassen!

Die Muskeln müssen hier nach der intensiven Anstrengung ebenfalls wieder gelockert werden und das Pferd muss sich strecken können. Dazu eignen sich ebenfalls die Aufwärmübungen, sowie lockere, kurze Trab-Phasen am langen Zügel, sowie auch Schritt am langen Zügel.

Ach hier daran denken: Sinnloses „Herumgurken“ in der Bahn ist kein ordentliches Cool Down! Das Pferd muss sich und seinen Körper langsam abkühlen können.

Weiterführendes

Hier gehts zu allen Einheiten der Woche:
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Stangenserie – Übungen mit Stangen
Pylonenserie – Übungen mit Pylonen

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