Einheit der Woche ·Training ·Übungsideen

4 Seiten Parcours

Trainingseinheit der Woche: 4 Seiten Parcours

Diese Woche werden alle bisherigen Übungen zu einem Parcours vereint. Dies bringt nicht nur Abwechslung in das Training, sondern lässt einen zusätzlich alle Übungen perfekt etappenweise abarbeiten.

Doch komplett ohne eine neue Übung geht es natürlich nicht – das grüne Viereck bildet eine Plane, die das Pferd überwinden muss. Gutes Schrecktraining gehört zu der grundsoliden Ausbildung eines Reitpferdes dazu und lässt es sicherer und selbstbewusster werden. Neue Reize schulen zudem das Gehirn des Pferdes und fördern es im Köpfchen, denn oft werden unsere Pferde heute zu reizarm gehalten. Der Paddock ist immer das Gleiche, die Geländerunde immer die selbe und in der Halle kennt man auch schon jede Ecke.

Zeit also für etwas Neues!

Für das Training könnt ihr jede beliebige Plastikplane nehmen. Besonders jetzt zur beginnenden Garten Saison werdet ihr bei jeder 1€ Aktionskiste fündig werden. An windigen Tagen solltet ihr auf die Ecken etwas Sand streuen, damit sie euch nicht mitten im Training wegweht.

Gedankenstütze

Es sollte niemals mehr als eine ganze Bahn geritten werden.
Eine Übung sollte generell niemals mehr als 3 mal direkt hintereinander geritten werden.
Die maximale Trainingszeit beträgt 60 Minuten – davon sollten mindesten 15 – 25 Minuten Aufwärmphase sein.

Warm Up

In der Warm Up Phase können die Elemente natürlich jederzeit mit eingebunden werden. So könnt ihr große Zirkel um die Geräte drehen, Schlangenlinien darum einbauen und alle Hufschlagfiguren mit einbinden.

Wichtig für alle Planen-Neulinge ist, dass die Plastikplane zuerst vom Boden aus begutachtet werden sollte, ehe ihr sie zu Pferd entdeckt. Jedes Pferd reagiert unterschiedlich intensiv auf das raschelnde Monster – Vorsicht ist besser als Nachsicht!

Führt das Pferd zuerst vorsichtig heran und bittet es einen Huf auf die Plane zu setzen oder darüber zu gehen. Wer ganz sicher sein möchte, nimmt sein Pferd dafür an die Longe und ist somit bei heftigen Reaktionen aus der Gefahrenzone.

Arbeitsphase

Pausenplatz
Pausenplatz
Plastikplane, Übung 2
Plastikplane, Übung 2

 

Ehe wir nun mit dem Parcours beginnen, solltet ihr euch einen Punkt in der Mitte suchen, der als Pausenplatz dient. Dies kann eine Matte sein, das X der Bahn oder ein anderer, von euch ausgesuchter Platz. Ich empfehle euch eine kleine Matte (Fußmatte, kleines Stück Teppich, etc.) auszulegen und das Pferd darauf zu parken, sodass es auch einen optischen Reiz für die Pause hat. Sehr beliebt ist auch ein abgetrenntes Viereck aus Pylonen oder Stangen – das könnte allerdings bei anderen Übungen später zu Verwirrungen führen.

Mit diesem Pausenplatz lernt euer Pferd einen Ort der Ruhe zu haben, an dem nichts von ihn gefordert wird und es wirklich Pause machen kann. Besonders bei aufregenden Gegenständen, wie einer Plastikplane, können antrainierte Entspannungspunkte wahre Wunder bewirken!

Nach jeder Runde durch den Parcours sollte der Pausenplatz als letzte Etappe mit eingebunden werden. So habt ihr jederzeit eine kontrollierte Pause und könnt sie nicht vergessen.

Ist alles vorbereitet kann es los gehen! Das Pferd wird aus dem Pausenraum in die erste Übung geritten: Über die Plastikplane.

Jeder Übungsplatz hat natürlich mehrere Varianten, so dass nach ein paar Runden die Übung gewechselt werden kann. Bevor ihr alle Varianten durchgeht, sollten ihr immer einen Handwechsel machen und die Übung auch auf der anderen Hand durchreiten. Für das Pferd ist die Übung auf der neuen Hand immer komplett neu und bedarf wieder der Gewöhnung.

Plastikplane, Übung 3
Plastikplane, Übung 3
Pylonenreihe, Übung 1
Pylonenreihe, Übung 1

 

Die zweite Variante der Planen-Übung ist im Rückwärts über die Plane. Hierbei muss das Pferd, wie der Name schon verrät, rückwärts über die Plane gehen und dabei möglichst gerade bleiben. Achtet dabei darauf, dass das Pferd wirklich einmal komplett mit allen 4 Hufen über die Plane geht und vor bzw. hinter der Plane erst wieder zum Stehen kommt.

Dies könnt ihr ruhig 2 – 3 mal wiederholen, ehe es zum nächsten Abschnitt geht.

Variante 3 ist die Vorhandwendung auf der Plane: Je nachdem wie groß die Plane ist, sollte das komplette Pferd dabei auf der Plane bleiben. Ist die Plane etwas kleiner, sollte zumindest die Hinterhand drauf bleiben. Lasst das Pferd sich dabei um 360° drehen, sodass ihr nach der Übung geradeaus weiter auf die nächste Etappe zureiten könnt. Natürlich sollte die Wendung sowohl links, als auch rechts herum geritten werden – dies könnt ihr entweder hintereinander machen oder euch für jede weitere Parcours-Durchführung aufheben.

Pylonenreihe, Übung 1 Wiederholung
Pylonenreihe, Übung 1 Wiederholung
Pylonenreihe, Übung 2
Pylonenreihe, Übung 2

 

Nun folgt mit der Pylonenreihe die nächste Station. Die erste Übung ist bekannt und beliebt: Ein einfacher Slalom durch die Pylonen. Auch diese Übung kann natürlich 2 – 3 mal wiederholt werden, ehe es zur nächsten Etappe geht. Dabei reitet ihr einfach, wie auf der Abbildung zu sehen, einen kleinen Halbkreis zurück, um wieder zum Anfang der Übung zu gelangen.

Eine weitere Variante wäre hier in Achten durch die Pylonen zu reiten und dabei enge Wendungen einzubauen. Macht diese Übung nur, wenn euer Pferd körperlich dazu in der Lage ist und 100%ig warm geritten wurde.

Stange, Übung 2
Stange, Übung 2
Stange, Übung 3
Stange, Übung 3

 

Weiter geht es mit der dritten Etappe, der Stange. Die erste und einfachste Übung ist das über die Stange reiten. Wie wir schon in den anderen Stangenübungen gelernt haben, dient Stangenarbeit nicht nur zur Findung von Takt und Anlehnung, sondern hilft auch bei der allgemeinen Verbesserung der Beinaktivität.

Weiterführend kann man das Rückwärts dann noch weiter fördern, indem man im 2. Schritt im Rückwärts über die Stangen geht. Man sollte dies jedoch vorher schon einmal geübt haben, um das Pferd in dem Parcours nicht vollkommen mit neuen Dingen zu überfordern. Ich habe diese Übung in KW 07 schon einmal thematisiert, hier der Link dazu: KW 7: Rückwärtsrichten Teil 2.

Die letzte Übung dieser Etappe ist das Seitwärts über die Stange. Die Stange dient dabei nicht nur uns, sondern auch dem Pferd zur Orientierung.

Pylonen-Zirkel, Übung 1
Pylonen-Zirkel, Übung 1
Pylonen-Zirkel, Übung 2
Pylonen-Zirkel, Übung 2

 

Auf zur letzten Etappe, die noch einmal mit ganzen 4 Übungen die Trainingsstunde abrundet. Eine einzelne Pylone bietet dabei so viel Möglichkeiten, dass es immer wieder erstaunlich ist. Vom einfachen Zirkel, über Schulterherein, Schulterheraus, Kruppeherein, Kruppeheraus bis hin zu Vor- und Hinterhandwendungen ist alles möglich.

Pylonen-Zirkel, Übung 3
Pylonen-Zirkel, Übung 3
Pylonen-Zirkel, Übung 4
Pylonen-Zirkel, Übung 4

In der Gruppe

Wer diese Übungen nicht alleine absolvieren will (immerhin hat man sich die Aufbauarbeit ja schon mal gemacht), der kann diesen Parcours auch mit bis zu fünf Personen als „Zirkeltraining“ nutzen. Dabei ist natürlich nicht die Hufschlagfigur gemeint, sondern die Trainingsform. Jeder Reiter besetzt dabei eine Etappe (hierzu zählt die Pausen-Matte ebenfalls als Etappe) und nach einer bestimmten Zeit (sagen wir mal 5 Minuten) piept eine Uhr und alle rücken ein Stück weiter zur nächsten Etappe. Man kennt dieses System heutzutage aus den Fitnessstudios.

So könnt ihr aus dem Parcours zusätzlich noch ein Intervalltraining machen und den Aufbau gemeinsam nutzen.

Cool Down

Nach dieser Kopf- und Körperarbeit kann ich vor allem eine flotte Runde ins Gelände als Abschluss empfehlen. Hier bekommt das Pferd den Kopf frei und kann nach den, vor allem gymnastizierenden, Übungen sich noch einmal im Galopp strecken und die, durch das Krafttraining, muskuläre Anspannung loswerden.

Wer nicht ins Gelände gehen kann, kann auch ein, zwei Runden Galopp am langen Zügel durch die Halle reiten oder das Pferd einfach frei laufen lassen.

Weiterführendes

Hier gehts zu allen Einheiten der Woche:
alle Einheiten der Woche

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Stangenserie – Übungen mit Stangen
Pylonenserie – Übungen mit Pylonen

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