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Koordination mit Stangen

Trainingseinheit der Woche: Koordination mit Stangen

Wer die bisherigen Übungen kennt, weiß, dass Stangen sehr beliebte Trainingselemente von mir sind, die nicht oft genug eingebracht werden können. Warum das so ist, kann man hier nachlesen: Das Stangentraining. In dieser Übungseinheit geht es nicht nur um das Heben von Beinen, sondern auch  um die Koordinations- und Konzentrationsfähigkeit des Pferdes (und Reiters). Umso mehr Stangen in die jeweilige Übung eingebracht werden, umso mehr Aufmerksamkeit erfordert die Situation.

Der Aufbau eignet sich auch für Abteilungen, die schon recht geübt sind und hiermit noch einmal richtig auf die Probe gestellt werden wollen, aber auch Quadrillenreiter kommen auf ihre Kosten. Wer einen festen Trainingspartner oder eine mitreitende Stallfreundin hat, versucht das Ganze doch auch mal im Pas de deux Modus – eine Menge Spaß ist hier garantiert!

Mit 20 Übungen ist das Übungskontingent bei dieser Formation noch längst nicht ausgeschöpft, was diese Formation so wertvoll macht. Man baut zwar etwas länger auf, kann den Aufbau dafür aber auch liegen lassen und mindesten 2 – 3 Wochen ohne das Aufkommen von Langeweile intensiven Trainingsspaß haben.

Parcoursaufbau – Abstände und Materialien

Wie bereits erwähnt, ist dieser Aufbau recht groß und erfordert mit 7 Stangen und 8 Pylonen etwas mehr Aufbauzeit. Wer nicht genügend Stangen hat, kann jederzeit mit Gassen oder auch Poolnudeln aufstocken. Wer auf Übung 4 verzichtet, kann auch einige Stangen durch ein Cavaletti ersetzen um seine Formation so zusammen zu bekommen und das Level noch etwas hoch zu schrauben. Welche Stangen durch ein Cavaletti ersetzt werden, könnt ihr euch selbst aussuchen und je nach Trainingswunsch auch variieren.

Die Pylonen sollten soweit an den Stangen liegen, dass ein Pferd bequem dazwischen passt. Eine Pferdelänge oder mehr Abstand wäre jedoch zu viel, da sonst der Anlehnungseffekt nicht mehr so stark ist, wie er in diesem Falle gewünscht ist.

Trainingsaufbau

Übung 1
Übung 1
Übung 2
Übung 2

 

Alle Übungen sind diesmal in 3 Themenbereiche aufgeteilt und geben diesmal keine aufbauende (Aufwärm-)Struktur vor. Die Themen gliedern sich auf in: Geraden und Schlangenlinien, Zirkelmöglichkeiten und Lektionen in der Dressur. Natürlich sollte auch in dieser Trainingseinheit auf ein gesundes Warm Up geachtet werden und nicht sofort mit komplizierten Übungen begonnen werden.

Übung 1 zeigt eine von vielen Möglichkeiten für einen Handwechsel auf, dabei liegt der Schwerpunkt auf die Geraderichtung während man über die Stange reitet. Versucht auch solch einfachere Übungen korrekt auszuführen, damit das Pferd für die schwierigeren Übungen vorbereitet ist. Der Handwechsel ist natürlich über jede Stange möglich (hier über die 2. Stange zu sehen), für die Abwechslung sollte man also immer mal wieder eine andere Stange wählen.

Übung 3
Übung 3
Übung 4
Übung 4

 

Übung 2 und 3 zeigen verschiedene Möglichkeiten von einem durch die Länge der Bahn wechseln auf. Dabei kann man einmal die Anlehnungshilfe der Pylonen Nutzen (Ü2) um ein noch nicht gerade gerichtetes Pferd zu helfen wirklich linientreu durch die Bahn zu kommen, man kann aber auch den Weg über die Stangen wählen (Ü3) um vor allem an der Beinaktion und auch an der Durchlässigkeit, sowie Rückentätigkeit des Pferdes zu arbeiten.

Die Steigerung davon ist die Schlangenlinie über die Stangen (Ü4). Hier geht es darum über die Schnittpunkte der Stangen zu gehen, wobei sich das Pferd genaustens konzentrieren muss um trittsicher hinüber zu gelangen. Wichtig als Reiter ist es dabei, das Pferd in seiner Bewegung nicht zu stören. Zu Beginn ist es daher ratsam, dass die Zügel etwas vorgegeben werden, damit das Pferd sich die Stangen genau ansehen kann. Später wird man merken, dass das Pferd diese Konstellation besser einschätzen kann.

Übung 5
Übung 5
Übung 6
Übung 6

 

Schlangenlinien erfordern eine schnelle Auffassungsgabe von Pferd und Reiter um zeitgenau einen Wechsel von Stellung und Biegung zu ermöglichen. In dieser Formation können Schlangenlinien sowohl innerhalb als auch außerhalb des Konstrukts eingebunden werden, sowie auch große und kleine Bögen beinhalten. Mit den Möglichkeiten von Übung 5 zum Beispiel, lassen sich Schlangenlinien und Handwechsel wunderbar verbinden.

Übung 7
Übung 7
Übung 8
Übung 8

 

Aber auch Schlangenlinien durch die ganze Bahn mit einer unterschiedlichen Anzahl an Bögen lassen sich wunderbar in diese Formation integrieren. Viele haben mit dieser Übung Probleme, da sie den Platz, den sie für einen Bogen brauchen, nicht korrekt einschätzen können. Die Stangen schränken den Spielraum ein und bieten nicht nur eine Auffrischung der Konzentration, sondern auch eine Orientierungshilfe für schöne, gleichmäßige Bögen.

Übung 9
Übung 9
Übung 10
Übung 10

 

Auch die länge der jeweiligen Bögen lässt sich natürlich variabel gestalten. Vor den Pylonen, wie in Übung 9 zu sehen, ist hier nur eine Herangehensweise. Die Bögen können auch zwischen Pylone und Stange verlaufen oder aber auch über die Stange. Dabei sollte jedoch darauf geachtet werden, dass das Pferd dazu in der Lage ist. Der Bogen ist in diesem Fall sehr eng und kurz. Besonders große und im schweren Typ stehende Pferde können hier deutlich Probleme bekommen.

Alle Übungen können selbstverständlich in allen Gangarten geritten werden, vorausgesetzt das Pferd ist in der Lage dazu. Hier solltet ihr ebenfalls auf den Ausbildungsstand achten und im Regelfall nicht zu viel von eurem Pferd verlangen, sonst ist die Motivation in der nächsten Trainingseinheit nicht besonders hoch. Schafft ein Pferd im Gegensatz dazu alle Übungen und kassiert dementsprechend auch viel Lob, so wird es der darauf folgenden Trainingsstunde begeistert entgegen fiebern.

Übung 11
Übung 11
Übung 12
Übung 12

 

Eines der weiteren Schwerpunkte dieser Formation sind Zirkel in allen möglichen Größen und Formen. Zur Vereinfachung werden in diesem Beispiel auch die ovalen Kreisbahnen Zirkel genannt, ihr solltet jedoch wissen, dass dies natürlich keine echten, korrekten Zirkel sind. Wer sich unsicher ist, kann auch in den Hufschlagfiguren noch einmal nachschlagen, um den Unterschied genau im Kopf zu haben.

In Übung 11 – 12 seht ihr alle Möglichkeiten des ovalen Zirkels, die jeweils verschiedene Schwerpunkte haben. Geht es in Übung 11 wieder eher um Anlehnung und Orientierungshilfe, so hilft Übung 12 eher bei der Durchlässigkeit und Beinaktivität. Aber Achtung: Auch hier kann es sehr eng werden!

Übung 13
Übung 13
Übung 14
Übung 14

 

Durch die Größe der Formation können die verschiedensten Zirkel an den unterschiedlichen Punkten erarbeitet werden. Dabei können die Stangen mit integriert werden und die Pylonen als Zirkelpunkt oder auch Wechselpunkt dienen. In den Übungen 13 – 16 habt ihr ganze 7 Möglichkeiten, die man ausschöpfen kann.

Um alle Zirkel effektiv zu nutzen, ist hier die Empfehlung, sich die Möglichkeiten auf verschiedene Trainingseinheiten aufzuteilen. Somit hat man auch in der nächsten Einheit neue Übungen, die integriert werden können und dazu das Pferd in der ersten Einheit nicht mit zig neuen Ansätzen überfordert.

Übung 15
Übung 15
Übung 16
Übung 16

 

Eine spannende Übung ist vor allem Übung 16. Hier muss man sehr genau arbeiten, damit der Wechselpunkt (die Pylone) nicht untern Pferd landet oder die Bahnfigur durch ein Ausweichen ruiniert wird. Auch für sehr geübte Reiter erweist sich diese Übung oft als kritisch.

Übung 17
Übung 17
Übung 18
Übung 18

 

Nun folgt der dritte und letzte Schwerpunkt der Formation: Lektionen in der Dressur. Allein mit diesen vier Übungen lässt sich theoretisch ein ganzer Monat füllen. Insgesamt sind für die Übungen das Rückwärtsrichten, das Schenkelweichen und Vor- sowie Hinterhandwendung von Nöten.

Übung 17 macht mit einem Rückwärtsrichten durch Stangen und Pylonen noch den leichten Anfang. Das fiese an Pylonen ist jedoch, dass sie vom Pferd gerne mal ignoriert werden und somit schneller unterm Huf landen. Ist eine Pylone umgefallen oder hat sich verschoben, kann diese im schlimmsten Fall die komplette Formation stören. Hier ist also besonders Vorsicht geboten, damit man nicht absteigen muss um den Fehler wieder zu korrigieren (oder durch den halben Stall nach der Freundin brüllen muss, damit diese das Hütchen wieder hinstellt).

Übung 19
Übung 19
Übung 20
Übung 20

 

Bei den meisten Reitlehrern heißt es deswegen: „Hau die Pylone um und du musst mir einen Kuchen backen!“ So amüsant wie es klingt, hilft diese Androhung manchmal doch und wie von Zauberhand können die Hütchen zu unüberwindbaren Hindernissen für Reiter werden.

Übung 20 bietet mit einer Horde an Anforderungen den krönenden Abschluss dieser Formation. Hier folgen Vor- und Hinterhandwendungen im Wechsel um die Pylonen – Probiert es doch mal aus!

Weiterführendes

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