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Juliane Teubel von EquiSalt im Interview

Juliane Teubel von EquiSalt im Interview

Juliane Teubel von EquiSalt im Interview

Mitte Oktober habe ich Juliane Teubel von EquiSalt vor Ort besucht, um mir ein eigenes Bild von der mobilen Salzinhalation machen zu können. Dabei habe ich Juliane nicht nur zu einem Gastbeitrag, sondern auch zu einem Interview hinreißen können.

Liebe Juliane, vielen Dank für deine Einladung und deinen informativen Beitrag über die Inhalation von Pferden und dessen Möglichkeiten! Wie bist du denn überhaupt auf die Idee gekommen eine mobile Salzinhalation für Pferde anzubieten?

Auslöser für die Gründung von EquiSalt war – wie so oft im Leben – das eigene Pferd. Nachdem wir Lapi im Winter gekauft hatten, hatte sie zunächst immer wiederkehrende kleinere Atemwegsinfekte. Bis zum Beginn der Weide- und somit auch Pollensaison. Plötzlich zeigte Lapi deutlichen Husten mit Fieber, sowie eine deutlich erhöhte Atemfrequenz, teilweise mit Bauchatmung. Es folgte eine ausgiebige tierärztliche Behandlung, welche wir mit der Inhalation von Kochsalzlösung mittels Inhalationsmaske unterstützt haben. Eine spürbare Besserung trat ein, dennoch klangen die Symptome nicht vollständig ab. Der Verdacht einer chronischen Atemwegserkrankung lag nahe. Eine Bronchoskopie brachte Gewissheit: Lapi zeigte eine deutliche Überproduktion zähen Schleimes neben einer subakuten bronchialen Entzündung. Die Zelluntersuchung des Bronchialschleimes deutete auf eine IAD (Inflammatory Airways Diesease) hin. Zeit zu handeln und sich mit der Thematik auseinanderzusetzen und vor allem: wie sollte es weitergehen? Lapis Zustand war nach Abschluss der tierärztlichen Behandlung vorerst stabil, dennoch trat weiterhin manchmal Schleim aus den Nüstern. Ich wollte die medikamentösen Behandlungen möglichst gering halten und suchte auch nach einer langfristigen nebenwirkungsfreieren Lösung.

Im Gespräch berichtete mir eine gute Freundin von den tollen Erfolgen einer Salzinhalation bei Ihrem Pferd. Als Apothekerin ist mir die Salzinhalation natürlich aus dem Humanbereich bestens bekannt – dort werden Salzinhalationskuren schon sehr lange zur Unterstützung bei Atemwegserkrankungen, allergischen Beschwerden und schwachem Immunsystem, zur Stoffwechselanregung, sowie bei Hauterkrankungen erfolgreich eingesetzt. Der Salznebel kann die körpereigenen Atemwegs- und Abwehrfunktionen des Pferdes dabei unterstützen, zähen Schleim zu verflüssigen sowie Entzündungsvorgänge im Atemwegstrakt und auf der Haut langfristig zu reduzieren. Im Prinzip gleicht es einem Aufenthalt an der See: jeder kennt sicherlich das befreiende Gefühl – der Effekt bei der Salzinhalation ist durch die kontrollierten Umgebungsbedingungen jedoch einfach etwas konzentrierter.

Das klang soweit erst mal gut – also wollten wir das mit unserer Lapi probieren. Leider gab es zu dem Zeitpunkt keine Möglichkeit in unserer Region, und eine erneute Umstellung in einen fremden Stall an der See wollte ich Lapi aus Stressgründen nicht zumuten. Also folgte Plan B: selber machen. Zunächst berichtete ich meinen Tierärzten von meiner Idee. Alle waren begeistert und ermutigten mich, die mobile Salzkammer dann langfristig nicht nur für Lapi zu nutzen, sondern später auch für andere betroffenen Pferde in der Region anzubieten. Kurzum: aus der ursprünglichen Idee „Salzinhalation für Lapi“ entstand ein richtig großes Projekt.

Es folgten lange Recherchen zu Salzinhalationstechnik. Für eine effektive Rauminhalation müssen viele Einflussfaktoren, wie Raumgröße, Luftfeuchte, passendes Gerät um die benötigte Partikelgröße zu erreichen usw. berücksichtigt werden. Darüber hinaus, musste natürlich auch ein für die Nutzung durch mehrere Pferde passendes Desinfektionskonzept gefunden werden, sowie für umfassenden Versicherungsschutz gesorgt werden. Es folgten die Kreation des Logos, Websitegestaltung und vieles mehr. Am Ende stand der Umbau des Pferdeanhängers. Die mobile Salzinhalation bietet gegenüber der stationären Variante in einem fremden Stall einige Vorteile: das Pferd hat keinen unnötigen Stress durch einen Stallwechsel und Futterumstellung und die Salzinhalation wird von den vertrauten Personen (Besitzer, Reitbeteiligung, …) durchgeführt. Zusätzliche Kosten für Fremdunterbringung und Bewegung des Pferdes entfallen. Auch das alltägliche Training des Pferdes muss nicht unterbrochen werden. Nichts desto trotz hege ich insgeheim immer noch den Traum, eine Salzkammer für Pferde irgendwann auch stationär auf einem eigenen Hof anbieten zu können. Bei einer stationären Unterbringung sind zwar die Kosten deutlich höher, dafür ist dieses Modell dann aber besonders für Pferdebesitzer mit wenig Zeit geeignet, da Aufenthalt in der Salzkammer und Bewegung des Pferdes dann stationär übernommen werden.

Nachdem das Projekt „EquiSalt“ dann endlich in die Tat umgesetzt war, durfte natürlich Lapi, gemeinsam mit meinem zweiten Pferd Inno, zunächst ausgiebig inhalieren. Seitdem steht der Anhänger auch für alle anderen Betroffenen zur Verfügung.

Inwieweit habt ihr den Husten mit der Salzinhalation nun im Griff?

Grundsätzlich ist der Zustand jedes Pferdes sehr individuell und vor allem die Optimierung der Haltungsbedingungen spielt eine sehr große Rolle. Für unsere Lapi haben wir offensichtlich mit der weitestgehend staubfreien Offenstallhaltung die für sie richtige Haltungsform gefunden. Damit will ich sagen, dass durchaus auch im Boxenstall gute Bedingungen geschaffen werden können. Auch um festzustellen, ob und wann die Salzinhalation erfolgreich ist, haben wir zu Beginn, so oft inhaliert, bis der Zustand von Lapi vollkommen unauffällig war und das konstant mit unseren Tierärzten überprüft. Aktuell inhaliere ich Lapi ca. alle sechs Monate. Der Fellwechsel und die vielen Pollen im Frühjahr, sowie der Fellwechsel im Herbst führen durch die gesteigerte Belastung des Immunsystems bei vielen betroffenen Pferden zu einer Verschlechterung – dem wirke ich bei Lapi bereits prophylaktisch entgegen. Damit haben wir Lapi’s Zustand mittlerweile sehr gut im Griff, sie zeigt keine Auffälligkeiten mehr. Darüber hinaus lasse ich sie ca. vierteljährlich vom Tierarzt untersuchen – eine Verschleimung der Lunge kann man leider nicht sehen, denn auch ein Pferd was nicht hustet und schnoddert kann hochgradig verschleimt sein. Sollte doch mal ein akuter Infekt (ohne Fieber) oder eine Verschlechterung Ihres Zustandes auftreten, unterstütze ich Sie gerne mit hochwertigen Kräutern und inhaliere Lapi sofort, und ziehe falls notwendig natürlich den Tierarzt dazu.

Auf den ersten Blick sieht die mobile Salzinhalationsstation aus wie ein normaler Pferdeanhänger. Wo ist denn die ganze Technik dahinter versteckt und wie funktioniert sie?

Die komplette Technik verbirgt sich in der (ehemaligen) Sattelkammer unter den Futtertrögen. Im Anhänger selbst ist lediglich eine Öffnung, durch welche der Salznebel in den Anhänger strömt. Sobald die Pferde im Anhänger stehen, werden Fenster und Plane geschlossen. Zur Beschäftigung kann ein Heunetz aufgehängt oder aus den Trögen gefüttert werden.

Mit Hilfe eines Ultraschallverneblers werden aus einer hoch konzentrierten Solelösung 0,5 – 5 µm kleine Partikel erzeugt. Dies entspricht der optimalen Partikelgröße um bis in die kleinsten Lungenabschnitte, die Alveolen, vordringen zu können. Der entstandene Salznebel wird dann mit einem Ventilator in den Anhänger eingeleitet. Ich verwende keine künstlich hergestellte Sole, sondern eine natürliche Iod-Brom-Thermalsole. Der Salzgehalt beträgt ca. 15%, was zwei wesentliche Vorteile mit sich bringt: zum einen wird während der Verneblung in dem Pferdeanhänger recht schnell ein hoher Salzgehalt in der Luft erreicht, und zum anderen bietet die Sole dadurch keinen Nährboden für mögliche Bakterien und ist durch den geringen Wasser- und hohen Salzanteil sozusagen „selbst desinfizierend“. Darüber hinaus hat die Salzsole gegenüber künstlicher Sole folgende Vorteile: Das inhalativ aufgenommene Brom kann stressmindernde und entspannende Effekte haben und Iod hat zusätzlich zum schon vorhandenen Salz desinfizierende und antibakterielle Eigenschaften.

Einen ganz wichtigen „technischen“ Aspekt der Salzinhalation möchte ich nicht unerwähnt lassen: der hohe Salzanteil in der Luft sorgt leider auch für starke Korrosion von Metallteilen. Daher muss der Anhänger regelmäßig ausgiebig gewartet werden und alle elektrischen Geräte werden jährlich einer Prüfung unterzogen.

Im Zusammenhang mit der Technik werde ich auch oft gefragt, wie eigentlich die Pferde darauf reagieren. Dazu kann ich folgendes berichten: Der Ventilator ist sehr leise und die Salzkonzentration steigt langsam an, die Pferde bleiben ruhig dabei. Bisher waren einige Pferde eher durch das Verladen an sich, als durch die Inhalation aufgeregt. Sie entspannen sich zunehmend, viele relaxen und dösen auch nach den ersten Tagen während der Inhalation. Meine eigenen fressen inzwischen nicht einmal mehr ihr Heu, sondern relaxen einfach, Lapi hält sogar Ihre Nase immer direkt vor den Auslass des Salznebels.

Nehmen wir mal an, mein Pferd hat eine Atemwegserkrankung oder ist ein Ekzemer und ich möchte es nun mit der Salzinhalation unterstützen. Wie kann ich euch buchen, wie kommt der Hänger dann zu mir und wie läuft die Inhalation dann schlussendlich ab?

Der erste Schritt ist immer die Kontaktaufnahme: per Telefon, Email oder WhatsApp. In der Regel schließt sich dann ein Telefonat an, in dem wir gemeinsam alle Details besprechen, u.a. welche Kur Dauer für das Pferd geeignet ist. Sinnvoll sind Kuren von 1-4 Wochen, je nach Zustand des Pferdes. Nach einer Terminvereinbarung bringe ich den Anhänger zum Stall des Pferdes. Dort wird der Anhänger dann aufgebaut und darf anschließend nicht mehr bewegt werden. Danach gebe ich eine ausführliche Einweisung und wir führen die erste Inhalation gemeinsam durch. Nach diesem Tag verbleibt der Anhänger im Stall, und die Inhalation kann eigenständig täglich durchgeführt werden. Ganz wichtig ist die Bewegung des Pferdes im Anschluss. Ob an der Hand, Longe oder geritten, wichtig ist vor allem eine vorwärts-abwärts-Tendenz um das Abatmen von gelöstem Schleim zu erleichtern. Sofern der Gesundheitszustand es zulässt, sollte galoppiert werden. Im Ruhezustand nutzen Pferde nur ca. 1/5 ihrer Lungenkapazität, eine vollständige Durchlüftung erfolgt erst im Galopp.

In einem Stall können mehrere Pferde inhalieren. Jeder Besitzer erhält einen Schlüssel für den Anhänger. Umso mehr Pferde in einem Stall teilnehmen, umso preiswerter wird es auch für den Einzelnen, da Grundgebühr und Anfahrt in diesem Fall aufgeteilt werden können und es auch Rabatte für höhere Teilnehmerzahlen gibt.

Ob die Pferde einzeln oder zu zweit inhaliert werden, entscheiden die Besitzer – sie kennen ihr Pferd schließlich am besten. Am Ende des vereinbarten Zeitraums hole ich den Anhänger wieder im Stall ab.

Welche Anwendungsdauer kannst du empfehlen um wirklich effektive Erfolge sehen zu können?

Diese Frage kann man leider nicht pauschal beantworten – jedes Pferd ist individuell und auch die Haltungsbedingungen spielen eine große Rolle. Zum Beispiel kann ein hustendes Pferd kaum verschleimt sein, bei einem anderen ist es vielleicht umgekehrt.

An dieser Stelle kann ich lediglich Erfahrungswerte wiedergeben. Eine Kur von sieben Tagen empfiehlt sich vor allem zur Prophylaxe und bei akuten Atemwegsinfekten. Für chronische Zustände und Ekzeme sollten je nach Ausprägung 14 – 28 Tage veranschlagt werden. Mit vielen Besitzern von Pferden mit Hauterkrankungen oder chronischen Atemwegsbeschwerden vereinbare ich daher häufig 14 Tage mit Option auf Verlängerung. Somit kann man schauen, wie es dem Pferd nach 14 Tagen geht und ob eine Verlängerung sinnvoll ist oder nicht. Wie oft einer Wiederholung erfolgen sollte, ist ebenfalls abhängig vom Pferd. Am Anfang kann eine häufigere Wiederholung oder auch eine längere Kur sinnvoll sein, bis ein stabiler Zustand erreicht ist. Umso stabiler der Zustand und umso besser die Haltungsbedingungen des Pferdes sind, umso seltener muss die Kur durchgeführt werden. Kritisch sind vor allem die Zeiten des Fellwechsels, da dann das Immunsystem bereits zusätzlich geschwächt ist. Somit inhalieren viele ca. 1-2x im Jahr. Pferde mit Atemwegsproblemen vor allem von Oktober bis April, Pferde mit Hautproblemen wie z.B. Ekzem eher in der Sommerzeit.

Sehr gerne arbeite ich eng mit den behandelnden Tierärzten zusammen – mit Unterstützung meiner eigenen Tierärzte ist EquiSalt ja auch entstanden. Die Salzinhalation ist ein alternatives Verfahren, welches immer nur Ergänzung und absolut kein Ersatz zu einer tierärztlichen Untersuchung und ggf. Behandlung ist. Ich kann an dieser Stelle nur von zu viel „Eigenbehandlung“ abraten. Sicherlich gibt es viele hilfreiche Tipps im Internet, aber nicht jeder Tipp ist unbedingt passend für das eigene Pferd, und spätestens Tipps mit verschreibungspflichtigen Medikamenten oder Hautsalben vom Stallnachbar sind absolut tabu (lese ich leider immer wieder…). Jeder Husten ist ein Alarmsignal und sollte entsprechend ernst genommen werden. Rein statistisch betrachtet kann jeder akute Infekt, welcher nicht innerhalb von zwei bis drei Wochen zur Ausheilung gebracht werden kann in einer chronischen Belastung enden. Mehr als 10% aller Pferde in Deutschland leiden an chronischen Atemwegsproblemen – das war mir vor Lapis eigener Diagnose selbst auch gar nicht bewusst. Und Husten ist nicht gleich Husten: das Pferd kann z.B. auch eine Kehlkopfentzündung haben, oder an pulmonaler Hypertonie, Lungenwurmbefall, Pilzinfektion, bakterieller Sekundärinfektion und, und, und leiden – nur um einige zu nennen (gleiches gilt natürlich auch für veränderte Atmung ohne Husten). Diese Ursachen können eine völlig andere Behandlung durch den Tierarzt benötigen, ggf. auch den Einsatz verschreibungspflichtiger Medikamente wie z.B. Antibiotika erforderlich machen. Daher sollten „Hausmittel“ und alternative Verfahren erst nach eindeutiger Diagnose durch den Tierarzt zum Einsatz kommen, bzw. anders ausgedrückt: ohne eindeutige Diagnose durch einen Tierarzt kann keine geeignete Behandlungsmethode, ob nun alternativ oder schulmedizinisch ausgewählt werden.

Ganz besonders liegt mir daher folgendes am Herzen: Alternative Verfahren können sehr hilfreich sein, aber an der einen oder anderen Stelle haben Sie auch Grenzen, welche man akzeptieren sollte. Leider stoße ich besonders im Zusammenhang mit diversen Mittelchen (Kräuter, Salben, Futtermittel…) und auch bei anderen Anbietern alternativer Verfahren oft auf ein Heilversprechen: häufig wird damit geworben, dass das atemwegskranke Pferd „geheilt“ werden kann, gerne auch innerhalb kürzester Zeit. Solche Berichte sollte man sehr kritisch betrachten. Das Wort chronisch, abstammend vom griechischen Wort „chronos“ bedeutet so viel wie „langsam“ oder „lange dauernd“. Übertragen auf eine chronische Atemwegserkrankung bedeutet dies, dass man mit jeglicher Behandlungsform lediglich eine Verbesserung der Symptome (z.B. deutliche Verbesserung der Verschleimung und Entzündung) erreichen, und ein schnelles Fortschreiten der Erkrankung verhindern kann. Jeder Pferdebesitzer mit einem chronisch atemwegskranken Pferd sollte sich jedoch bewusst sein, dass das Pferd auch bei Symptomfreiheit immer noch lebenslänglich besondere Aufmerksamkeit, z.B. in Bezug auf die Haltungsbedingungen seitens des Besitzers benötigt und jederzeit Verschlechterungen des Zustandes wieder auftreten können. Auch allergische Beschwerdebilder kann man zwar gut in den Griff bekommen, die „Anfälligkeit“ wird jedoch lebenslang vorhanden sein.

Ich kann mir vorstellen, dass natürlich nicht jedes Pferd gerne auf den Hänger geht. Ein vorheriges Hängertraining sehe ich also als Voraussetzung an. Welche weiteren Anforderungen müssen deine Kunden erfüllen?

Vor jeder Vermietung des Anhängers führe ich eine gründliche Desinfektion des Anhängers durch. Dafür nutze ich Qualitätsprodukte, welche nachweislich gegen Bakterien, Viren und Pilze wirksam sind um eine Weiterverbreitung von z.B. Influenza-Viren zu vermeiden. Dennoch, zum Schutz aller teilnehmenden Pferde, muss ich eine Influenza-Impfung gemäß den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (StIkoVet) voraussetzen. Influenza ist eine virale Infektionskrankheit, welche für die Mehrheit aller akuten Atemwegsinfekte verantwortlich ist, ähnlich der „Grippe“. Daher wird diese Impfung auch seitens der StIkoVet empfohlen und ist für Turnierpferde verpflichtend, um die Verbreitung einzudämmen. Besonders chronische Atemwegspatienten sind durch das bereits geschwächte Immunsystem sonst stark gefährdet.

Darüber hinaus benötigt jedes teilnehmende Pferd eine gültige Haftpflichtversicherung.

Plaudere doch mal aus dem Nähkästchen: Was war bisher dein spektakulärster und kuriosester Fall und welcher dein Erfreulichster?

Offen gestanden, jede Zusammenarbeit mit Pferd und Besitzer hatte etwas Besonderes. Ich freue mich über jedes Pferd, bei dem mit der Salzkammer positives erreicht werden konnte. Insbesondere erfreulich ist, dass ich bisher nach den Kuren nur positives Feedback erhalten habe. Ich bin auch immer wieder begeistert, über welche positiven Nebeneffekte meine Kunden mir berichten, beispielsweise dass das Pferd nach der Inhalation deutlich lockerer beim Reiten war. Spektakulär oder kurios sind vielleicht nicht die passenden Worte, aber besonders gefreut habe ich mich über einen Reitverein, der seinem Schulpferd eine Inhalation ermöglicht hat. Das erlebt man dann doch eher selten.

Spannend ist zudem folgende Erfahrung, die ich gemacht habe: viele Besitzer mit einem erkrankten Pferd stellen ein weiteres gesundes als Gesellschaft und zur Prophylaxe mit dazu. Und obwohl die Pferde gesund scheinen, läuft doch oft auch dort Schnodder. Das konnte ich auch bei meinem zweiten Pferd Inno beobachten. Ein schönes Anzeichen dafür, dass eine Kur auch vorbeugend schon sinnvoll ist und in unseren Pferden Dinge passieren, die man als Besitzer noch gar nicht wahrnehmen konnte.

Insgesamt betrachtet, bestärken mich all die Erfahrungen, damals mit EquiSalt und der Bereitstellung der mobilen Salzinhalation für andere Pferde, den richtigen Weg eingeschlagen zu haben. Und ich freue mich auf Pferd und Besitzer Paare die ich in Zukunft noch kennen lernen werde. Jeder hat seine eigene Geschichte und Erfahrungen und der Austausch mit vielen Betroffenen hilft auch mir mit Lapi.

Liebe Juliane, ich danke dir vielmals für deine Zeit! Gibt es zum Schluss noch etwas, was du den Lesern mit auf den Weg geben möchtest?

Bevor ich diese Frage beantworte, möchte ich mich herzlich für deinen Besuch bedanken – es war für mich ein toller und aufregender Tag.

Aus meinen bisherigen Erfahrungen möchte ich den Lesern gerne die mir persönlich wichtigen, folgenden Punkte mit auf den Weg geben:

  • Ohne eine klare Diagnosestellung durch einen Tierarzt, kann keine geeignete Behandlungsmethode für ein Pferd ausgewählt werden, egal ob schulmedizinisch oder alternativ. Alternative Verfahren können sehr hilfreich sein, aber an der einen oder anderen Stelle haben Sie auch Grenzen, welche man akzeptieren sollte. Sind schulmedizinische Behandlungen am Pferd notwendig, sollten alternative Verfahren ausschließlich ergänzend und nicht als Ersatz angewendet werden.
  • Ein gesundes Pferd hustet nicht! Husten ist immer ein Alarmsignal, was ernst genommen werden sollte. Bereits das regelmäßige abhusten am Anfang der Stunde ist in der Regel nicht trivial und kann ein erstes Anzeichen einer chronischen Atemwegserkrankung sein. Ob dem so ist, sollte durch ausgebildete Tierärzte festgestellt werden.
  • Beobachtet stets euer eigenes Pferd! Die PAT-Werte (Puls, Atem, Temperatur) seines Pferdes sollte man gut kennen, besonders Puls und Atem sind für die Beobachtung bei atemwegskranken Pferden sehr hilfreich. Jedes Pferd ist individuell (z.B. hat Lapi immer eine niedrigere Temperatur als Inno) Diese Informationen sind auch für den behandelnden Tierarzt hilfreich.
  • Ekzeme verlangen viel Ausdauer des Besitzers! Hier lautet das Motto „viel hilft nicht viel“. Die Haut ist ein sehr empfindliches Organ. Salben, Ergänzungsfuttermittel und Sonstiges sollte mit Bedacht eingesetzt und nicht zu schnell gewechselt werden (ausgenommen natürlich nach deutlicher Gegenreaktion). Eine Abheilung benötigt viel Zeit und Geduld.
  • Abschließen möchte ich diese Frage mit einer Erkenntnis, die aus meiner bisherigen und langjährigen Erfahrung mit Pferden entstanden ist und von der ich zutiefst überzeugt bin – ein zufriedenes, gesundes und glückliches Pferd bedarf stets einem Gesamtpaket. Dazu gehören unter anderem für Pferd (und Besitzer) individuell richtige Haltungsform und Fütterung, Tierarzt und Schmied, gefolgt von dem richtigen Zubehör, über Ausbilder/Trainer/ Reitlehrer, bis hin zum Tierheilpraktiker/Osteopathen/Akupunkteur, und diese Aufzählung ist sicherlich noch nicht einmal vollständig.

Über Juliane Teubel von Equisalt

Obwohl niemand in der eigenen Familie pferdeverrückt ist, wurde Juliane Teubel schon im Kindesalter mit dem „Pferdevirus“ infiziert und ist seitdem Reiterin mit Leidenschaft. Beruflich ist Juliane seit 2011 Apothekerin und promoviert neben Ihrer Tätigkeit in der Apotheke im Bereich pharmazeutische Analytik an der Freien Universität in Berlin. Auch wenn in der Apotheke vorrangig die Gesundheit des Menschen im Vordergrund steht, beschäftigt sich Juliane seither in Ihrer Freizeit mit gesundheitlichen Themenstellungen rund um das Pferd und bildet sich regelmäßig fort. Die Prüfung zum Sachkundenachweis Pferdehaltung hat sie im Jahr 2014 abgelegt.

Die chronische Atemwegserkrankung des eigenen „Familienpferdes“ Lapi führte zur Gründung von „EquiSalt – die mobile Salzkammer für ihr Pferd“.

Informationen und Kontaktdaten zu EquiSalt findet ihr auf der Webseite:
https://www.equisalt.de

Juliane hat für Ride On einen Gastbeitrag über die Inhalationstherapie beim Pferd geschrieben, schau doch mal rein!
Inhalationstherapie bei Atemwegserkrankungen