Einheit der Woche ·Training ·Übungsideen

Gymnastik mit kleinen Hüpfern

Trainingseinheit der Woche: Gymnastikstunde

In dieser Stunde kombinieren wir fast alles, was die gymnastizierende Arbeit mit Pferden zur Verfügung stellt: Hufschlagfiguren, Stangen, Pylonen und eine Menge an Lektionen, wie Übergänge, Seitengänge, Rückwärtsrichten und Galoppwechsel.

Das ist natürlich für Pferd und Reiter anstrengend, sollte jemand also noch nicht so weit sein und jede Lektion durchführen können, macht euch keine Sorgen. Meist gebe ich euch zu vielen Punkten eine alternative Lösung mit. Natürlich könnt ihr die Stunde auch jederzeit abbrechen, verkürzen, Übungen einfach weglassen oder euch die Stunde auch in mehrere Einheiten mit jeweils anderem Fokus aufteilen. 

Wichtig ist, dass ihr einen Trainingseffekt spürt und gemeinsam mit eurem Pferd zufrieden aus der Stunde herausgeht!

Parcoursaufbau – Abstände und Materialien

Die Cavaletti werden an den jeweiligen Punkten C und B gestellt, wobei kein freier Platz zur Bande vorhanden sein sollte, sodass man dem Cavaletti nur nach Innen ausweichen kann. Gleiches gilt für die Bodenstange, die bei A gelegt wird. Die Pylonen werden in dem ersten Viertel der Bahn bei E ausgelegt und sollten soweit von einander weg sein, dass Pferd und Reiter in Schritt und Trab sich hindurch schlängeln können. Zur Orientierung: Bei einem durchschnittlichen Warmblut liegt der Abstand hier bei circa 3 bis 4 großen Schritten pro Pylone.

Trainingsaufbau

Zu Beginn gibt es erst einmal vier Grundübungen, die nicht nur für die Aufwärmphase sehr gut sind, sondern euch helfen sollen, zwischen den vier Hauptübungen Pause zu machen oder mal die Hand zu wechseln. Natürlich sind dafür einfache und groß rahmige Hufschlagfiguren, wie das Durch die halbe Bahn Wechseln oder das Durch die ganze Bahn Wechseln bestens geeignet. Die Übungsgegenstände sollten euch dabei nicht behindern und somit jederzeit freie Bahn gewähren.

Denkt aber daran, die Stangen, Cavaletti und Pylonen natürlich auch schon zu Beginn der Stunde mit zu integrieren. Dazu könnt ihr einfach eine ganze Bahn gehen und dabei jedes Gerät abarbeiten oder ihr baut sie durch große Schlangenlinien und Zirkel mit ein.

Die Übungsutensilien helfen aber nicht nur bei ihrer eigentlichen Aufgabe, sie sind auch ebenfalls ein guter Orientierungspunkt beziehungsweise eine unglaublich praktische Begrenzung. Wer schon etwas aufgewärmt ist, schlängelt sich auf dem Rückweg aus der Ecke einfach noch zusätzlich durch die Pylonen und arbeitet dabei fleißig weiter an seiner Stellungs- und Biegungsfähigkeit.

Mit dem Zirkel und der ersten Übung, dem Zirkel vergrößern und verkleinern, fließen wir sozusagen in die erste Übung hinein. Diese Aufgabe sollte in allen euch möglichen Gangarten geübt werden, wobei natürlich nicht die Dauer der Übung entscheidend ist, sondern die Intensität. Lieber also nur einen halben oder gar einen viertel Zirkel galoppieren und dafür das Pferd öfter wieder angaloppieren, als stundenlanges im Kreis Drehen. Das mag vielleicht die Ausdauer des Pferdes steigern, uns geht es aber in erster Linie um den Muskelaufbau. Und der wird vor allem in den ersten ein bis zwei Galoppsprüngen gefördert.

Ist euer Pferd vollständig aufgewärmt, starten wir mit der ersten Intensivübung. Auch hier wird der Zirkel zuerst verkleinert und vergrößert, ehe ihr auf der Höhe für einen Zirkelwechsel seid. Dieser Zirkel ist besonders und wird von einem hundert Prozent rundem Kreis zu einem Oval, sodass ihr euch an den Pylonen orientieren könnt. Dann folgt wieder ein Zirkelwechsel zum letzten Zirkel. Auch hier könnt ihr den Zirkel wieder verkleinern und vergrößern, wenn ihr möchtet.

Reitet danach aus der Übung heraus und macht zumindest eine ganze Bahn lang eine kleine Pause, ehe ihr mit der zweiten Intensivübung startet. So bekommt wieder ihr noch euer Pferd einen Drehwurm oder Unlust.

In der zweiten Intensivübung geht es vor allem um Übergänge. Hier wird jeder Zirkel gewechselt. Seid ihr schon fortgeschrittener, könnt ihr natürlich auch innerhalb des Zirkels wechseln! Denkt daran, auch nach dieser Übung wieder mindestens eine ganze Bahn lang eine Pause einzulegen.

Mit der Schlangenlinie durch die ganze Bahn starten wir in die dritte Intensivübung. Auch hier geht es noch einmal um Übergänge. Startet die Übung im Trab oder Galopp und wechselt an den langen Seiten dann in den Schritt oder Trab. Ihr könnt auch immer wieder wechseln, sodass euer Pferd nicht irgendwann weiß, was kommt. So erhaltet ihr den Spaß und die Neugier. Wer die einfachen oder normalen Galoppwechsel schon beherrscht, kann die Schlangenlinie auch komplett im Galopp durchreiten und an den X Punkten einen Wechsel einbauen.

Auch nach dieser Übung gilt: Pause! Gebt eurem Pferd Zeit sich zu erholen, die Atmung wieder zu normalisieren und auch den Kopf wieder frei zu bekommen. Viele Pferde können sich auch bei einer lockeren Stecke geradeaus im Galopp etwas lösen und sind danach viel zufriedener, da sie den Stress in Bewegung heraus lassen können. Andere Pferde wiederum bleiben lieber einen Moment stehen und genießen die Ruhe, lassen sich gerne kraulen oder dümpeln einfach nur im Schritt man langen Zügel gemütlich durch die Bahn – probiert aus, was euer Pferd am Liebsten hat, ehe ihr zur letzten Übung übergeht.

In der vierten Intensivübung liegt der Schwerpunkt auf den Geraden der Schlangenlinie. Dabei wird sowohl ein Schulterherein und Schulterheraus erarbeitet, als auch das Rückwärtsrichten beziehungsweise Schaukeln. Achtet vor allem bei dem Schulterherein und -heraus darauf, dass ihr nicht vom Weg abkommt. Nehmt euch die vor euch stehende Pylone als Blickpunkt und orientiert euch jederzeit an ihr.

Klappt eine Übung nicht, wie ihr euch sie vorgestellt habt, denkt daran: Lasst euch nicht stressen, geht es einfach noch einmal in Ruhe von vorne an, macht eine Pause zwischendurch oder verschiebt sie einfach auf das nächste Mal – es ist schließlich noch kein Meister vom Himmel gefallen!

Weiterführendes

Hier gehts zu allen Einheiten der Woche:
Training > ÜbungsideenEinheit der Woche

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Training > ÜbungsideenPylonenserie – Übungen mit Pylonen

Hier erfährst du, wie du dein Trainingsmaterial selbst herstellen kannst:
Tipps & Tricks > DIY Ecke > DIY Hack: Stangen und Cavaletti
Tipps & Tricks > DIY Ecke > DIY Hack: Poolnudel-Gassen

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