Einheit der Woche ·Training ·Übungsideen

Gassen mal anders

Trainingseinheit der Woche: Gassen mal anders

Weiche Stangen aus Schaumstoff oder gefüllter Plane sind in den letzten Jahren sehr beliebt und berühmt geworden. Heut zu Tage nennt man sie Dualgassen, Geitnergassen oder auch einfach nur Gassen. Sie sind meist in den Farben Blau und Gelb zu finden und haben den Vorteil, dass das Pferd sich kaum an ihnen verletzen kann und sie ebenfalls leicht zu transportieren sind. Dabei sind sie auch etwas breiter als gewöhnliche Stangen.

Mit den Gassen sind auch Trainingskonzepte entstanden, wie die Dual-Aktivierung und die bekannte Equikinetic von Michael Geitner. Doch auch ohne ein spezielles System anzuwenden, können die Gassen natürlich, wie jedes andere Material, in die tägliche Arbeit integriert werden.

Parcoursaufbau – Abstände und Materialien

Die Gassen können in jeder beliebigen Zirkelgröße aufgebaut werden. Wichtig ist, dass der Radius an euer Pferd angepasst und nicht zu eng wird. Die Gassen selbst sollten so nebeneinander gelegt werden, dass euer Pferd bequem dazwischen gehen kann, ohne, dass es frustriert immer wieder auf eine Gasse tritt. Das Cavaletti hat den gleichen Abstand wie die nebeneinander gelegten Gassen und muss nicht gesondert gelegt werden.

Trainingsaufbau

Übung 1
Übung 1
Übung 2
Übung 2

 

Die gängigste Übung ist natürlich der Zirkel innerhalb der Gassen. Im Gegensatz zum typischen Aufbau fehlen hier zwei äußere Gassen, durch die man etwas mehr Spielraum gewinnt. Eine weitere Möglichkeit ist jedoch auch, den Aufbau zu seinem persönlichen Viereck zu machen. Innerhalb der Gassen ist das Pferd hier gerade gerichtet und nur in den Ecken wird es korrekt gestellt und gebogen.

Manche Pferde weichen den Gassen gerne aus und treten einfach auf sie drauf statt sich korrekt in die Kreisbahn zu stellen. Das Cavaletti kann dies durch seine Höhe verhindern, birgt aber auch die Gefahr mit sich, dass das Pferd „irgendwie“ durch geht, weil es keine Ausweichmöglichkeit hat. Hier ist Feingefühl gefragt. Beobachtet euer Pferd und schaut, ob es mit dem Cavaletti zurecht kommt oder nicht.

Übung 3
Übung 3
Übung 4
Übung 4

 

Ansonsten hat das Cavaletti in diesem Aufbau vor allem die Aufgabe, die Beinaktivität wieder anzuregen. Besonders weil die Gassen gerne von einigen Pferden übersehen werden, kann ein Cavaletti zwischendurch immer wieder für ein sauberes Hinüberschreiten sorgen.

Mit einfachen Hufschlagfiguren wie dem durch die Länge der Bahn wechseln, durch die Länge der Bahn geritten oder auch dem Wechsel der halben Bahnen können die Gassen und das Cavaletti jederzeit mit eingebunden werden.

Übung 5
Übung 5
Übung 6
Übung 6

 

Eine weitere schöne Übung ist der Knoten durch das Gassenviereck. Theoretisch kann er von jeder beliebigen Seite angeritten werden, sofern man einen großen Platz zur Verfügung hat. Mit Standardmaßen wird es hier leider schwierig und nur von zwei Seiten möglich sein. Die Richtung kann ebenfalls gewechselt werden und bringt somit auch noch mal etwas frischen Wind in die Übung.

Weiterführend kann der Knoten noch mit einem Zirkel um die Pylone erweitert werden, wobei man nach dem Zirkel die Aufgabe entweder verlassen kann oder den Knoten anders herum wieder durchreiten kann. Doch die Pylone bietet natürlich auch noch mehr Übungsmöglichkeiten. Mit Vor- oder Hinterhandwendungen kann man um die Pylone herum reiten oder das Pferd auch seitlich über die Pylone führen. Ich baue Pylonen gerne zusätzlich mit in eine Formation ein um einen Orientierungspunkt für den Zirkel zu haben, die Hauptaufgabe haben in dieser Trainingseinheit natürlich die Gassen.

Übung 7
Übung 7
Übung 8
Übung 8

 

So banal wie das Ei um die Gassen aussieht, so ist es das allerdings nicht, besonders wenn der vierte Orientierungspunkt (bei A) fehlt. Die Spitze des Ovals bildet die Pylone, an den langen Seiten kann man sich an den Gassen orientieren, allerdings muss man nun präzise reiten um dann eine weitere, saubere Spitze zu reiten. Probiert es doch mal aus!

Natürlich lassen sich durch die Gassen nicht nur neue Wege und Figuren formen, sondern auch die Lektionen kommen nicht zu kurz. Die offenen Ecken der Gassen bieten sich wunderbar zum Üben von Vor- und Hinterhandwendungen an, wobei man natürlich hier auf die Größe der Ecke achten muss. Ist das Gassen-Viereck sehr groß, wird es mit einer einfachen Wendung nicht zu meistern sein und das Pferd muss dann auf einem Halbkreis manövriert werden.

Übung 9
Übung 9
Übung 10
Übung 10

 

Auch das Rückwärtsrichten lässt sich durch die optisch geschlossenen Gassen natürlich einwandfrei üben. Wer ein Pferd hat, dass noch sehr stark herum eiert, kann auch durch die Cavaletti-Gasse gehen um dem Pferd noch mehr Halt und Orientierung zu geben. Effektiv ist auch das Rückwärts über die Gassen. Hier macht es besonders Spaß, da das Pferd sich nicht verletzen oder abrutschen kann, wie es bei Stangen möglich wäre. Die Angst davor lässt manche Pferde (verständlicher Weise) stocken oder unwillig werden, was wir natürlich vermeiden wollen.

Zuletzt ist natürlich auch alles im Seitwärts möglich, sowohl über die Gassen als auch durch die Gassen. Probiert euch einfach aus!

Weiterführendes

Hier gehts zu allen Einheiten der Woche:
alle Einheiten der Woche

Du willst noch mehr Übungen?
Stangenserie – Übungen mit Stangen
Pylonenserie – Übungen mit Pylonen

Werbung

         

*Alle Links in diesem Block sind Affiliate-Links.

Werbung

*Alle Links in diesem Block sind Affiliate-Links.