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Die Schräge

Die Schräge | Zutscha

Die Schräge

Die Schräge ist eine der einfachsten und am schnellsten aufgebauten Figuren, dessen Komplexität man jedoch nicht unterschätzen sollte. Mit viel Fantasie können wir hier viele Übungen herausholen, die nicht nur einen gymnastizierenden Wert haben, sondern auch Abwechslung in unser tägliches Training bringen. Ehe wir jedoch mit den Übungen beginnen, sollten wir ein Blick auf unsere Ausrüstung werfen.

Die Ausrüstung

Wer sie hat, nimmt für die Übungen einfache Stangen, diese gibt es in allen möglichen Farben und Materialien. Wer kein Fan von Holz-Stangen ist, dem rate ich auf Kunststoff-Stangen zurück zu greifen. Diese haben den Vorteil, dass sie weder splittern noch verwittern und somit eine lange Haltbarkeit garantieren, zudem sind sie meist leichter als die Holz-Klassiker. Sollte man keine Stangen zur Verfügung haben, kann man sich im Handel oder online auch günstige Poolnudeln oder sogenannte Soft Borders kaufen. Zuletzt gibt es noch die Möglichkeit Gassen verwenden. Während manche Pferde regelrecht vor sich hin latschen bei weichen Gassen, sind wiederum besonders Huf empfindliche Pferde bei harten Stangen sehr zögerlich und nehmen dankbar die weichen Gassen an. Schaut hier einfach, was ihr zur Verfügung habt und was euer Pferd lieber annimmt. Sollte eurer Pferd (besonders zu Beginn) öfter gegen die Stangen kommen, so können auch Hufglocken angebracht werden um Hämatome, Prellungen oder andere Verletzungen zu verhindern.

Hinweise

Ehe ihr jetzt loslegt, vorher noch ein paar kleine Hinweise: Oft braucht das Pferd zu Beginn etwas mehr Zügel um sich auszubalancieren und das Hindernis genau zu betrachten – gebt eurem Pferd die nötige Freiheit die es braucht. Schaut beim Reiten immer geradeaus bzw. in die Reit-Richtung und nicht auf die Stangen.

Die Übungen

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Übung 1: Über die Stange
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Übung 2: Durch die Stange

Auch wenn zwei versetzte Stangen zu Beginn nicht unbedingt den Eindruck machen, so gibt es doch viele schöne Übungen, die uns das Training optimieren und auflockern. Beginnen wir mit dem Einfachsten und bewegen uns über die Stange und durch die Stange.

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Übung 3: Über die Stangen
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Übung 4: Schlängelweg durch die Stangen

Besonders für die ersten Einheiten mit der Stange, sollte dies zu Beginn genügen, ehe wir unseren Liebling überfordern. Der Teufel steckt hier im Detail: Das Pferd muss seine volle Aufmerksamkeit zeigen und seine Beine (meist) höher als sonst heben um nicht gegen die Stangen zu kommen. Weiterhin muss es dafür seinen Takt finden um mit allen vier Hufen sauber hinüber zu steigen. Stangen-Neulinge sollten hier wieder ganz bei Null beginnen. Zuerst sollte das Pferd über die Stange geführt werden. Gebt ihm vorher die Zeit, die Stangen in Ruhe anzusehen und zu beschnuppern. Klappt dies gut, kann auf dem Pferd begonnen werden. Hier zuerst im Schritt, dann kann auch getrabt und später sogar galoppiert werden.

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Übung 5: verschobene Acht
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Übung 6: Zick-Zack über die Stangen

Kann das Pferd fehlerfrei über eine Stange laufen, so kann die Schräge mittig angeritten werden um das Pferd über beide Stangen laufen zu lassen. Besondere Aufmerksamkeit erfordert der Schlängel-Weg durch die Stangen. Diese Übung hat mehrere Möglichkeiten: Möchte ich das Stellen und Biegen üben, so reite ich in Bögen durch die Gassen. Man kann jedoch auch zackig durch die Gassen, in dem man an den Ecken eine halbe Vorhandwendung einbaut. Wem dies an Schwierigkeitsgrad noch nicht genug ist, der durchquert den Weg einfach mal im Rückwärts. Wichtig ist hier mit viel Ruhe an die Übungen heran zu gehen. Sie dienen nicht nur zur Gymnastizierung unserer Pferdes, sondern geben uns auch ein Bild darüber, wie gut wir das Pferd an den Hilfen haben und mit welcher Präzision wir die Aufgaben erledigen können.

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Übung 7: Schlängelweg über die Stangen
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Übung 8: Seitwärts über die Stangen

Um einen besseren Fokus auf den Zirkel zu legen, kann die Schräge dazu genutzt werden, eine verschobene Acht zu reiten. Die Schräge bietet hier den Vorteil, dem Pferd durch die Stangen eine verbesserte Aufmerksamkeit abzuverlangen, besonders beim Richtungswechsel.  Auch helfen die Stangen dem Reiter den Stellungswechsel besser ein zu leiten. Bin ich von beiden Stangen umgeben, so muss das Pferd gerade gestellt sein, an den beiden herausstehenden Seiten, muss das Pferd noch gestellt oder schon umgestellt sein. Wer hier Perfektion erreicht, hat sein Pferd zu hundert Prozent an den Hilfen.

Der Zick-Zack über die Stangen erfordert etwas mehr Können und gehört somit zu den höheren Lektionen. Nicht nur, dass die Stangen schräg angeritten werden und somit viel Aufmerksamkeit und Taktgefühl vom Pferd abverlangen, hier werden auch gleich noch zwei Vorhandwendungen eingebaut. Wem das noch nicht genug ist, der macht aus der ersten Vorhandwendung eine Hinterhandwendung und  reitet bis zur zweiten Vorhandwendung im Rückwärts über die Stangen.

Als letztes hier noch zwei Übungen für sehr fortgeschrittene Pferde und Reiter. Der Schlängelweg über die Stangen hat es in sich und fordert viel Aufmerksamkeit und Präzision. Wer hier lieber wieder Stelllung und Biegung üben möchte, reitet in minimalen Bögen und lässt die Hinter- und Vorhandwendungen aus. Für alle, die schon sicher im Seitwärts sind, bietet Übung 8 zudem noch die Ideale Abwechslung.

Weiterführendes

Wer sich vor Trainingsbeginn erst einmal über die Vor- und Nachteile der Stangenarbeit informieren möchte, dem empfehle ich meinen Grundlagen-Bericht über Stangenarbeit. Diesen findet ihr hier: Das Stangentraining.

Hier gehts zu allen Übungen der Stangenserie:
Stangenserie – Übungen mit Stangen

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