Einheit der Woche ·Training ·Übungsideen

Bereit für den Übergang!

Trainingseinheit der Woche: Bereit für den Übergang!

Nachdem wir in vielen Einheiten bereits das Rückwärts, Seitengänge und andere Lektionen erarbeitet haben, so werden nun auch noch Übergänge hinzunehmen. Übergänge überprüfen nicht nur wunderbar die Durchlässigkeit des Pferdes, sie schulen auch unsere Hilfen und verlangen hunderprozentige Aufmerksamkeit von uns und unserem Partner Pferd. Dabei sind jegliche Formen von Übergängen möglich: Vom Halt zum Schritt, vom Schritt zum Trab, vom Trab zum Galopp, vom Galopp zum Halt und noch viele, viele mehr. Die Kombinationen sind vielseitig und ermöglichen immer wieder neue Impulse.

Doch nicht nur unsere Genauigkeit wird auf die Probe gestellt: Zu einem Übergang gehören die richtigen Paraden zum Halt, eine korrekte Schritt-, Trab- und Galopphilfe, egal in welcher Gangart sich momentan befindet und auch die ausreichende Vorbereitung auf einen Tempowechsel sollte gut voraus geplant sein.

Übergänge können natürlich nicht nur von einer Gangart in die nächste stattfinden, sondern selbstverständlich auch innerhalb einer Gangart. Zwischen untertourigem Trab, Arbeitstrab, Mitteltrab und Starkem Trab gibt es jederzeit viele Möglichkeiten, die wir nach und nach voll ausschöpfen werden.

Parcoursaufbau – Abstände und Materialien

Die vier Stangen sollten auf den ersten Hufschlag jeweils bei C, B, A und E gelegt werden, sodass ein Ausweichen innerhalb der ersten drei Hufschläge nicht möglich ist.

Die vier Pylonen werden mittig zur Bahn aufgebaut und sollten so viel Abstand betragen, dass euer Pferd in Schlangenlinien hindurch passt, ohne sich in den Biegungen zu sehr zu verkrampfen. Dieser Abstand kann bei Jungpferden größer sein, als bei geübten Pferden. Hier solltet ihr auf eure Erfahrung vertrauen und zur Not den Abstand später noch einmal korrigieren. Zur Orientierung: Ich nutze für einen Friesen im Freizeitbereich drei bis vier große Schritte Abstand.

Trainingsaufbau

Eine korrekte und intensive Aufwärmung ist bei allen Übungen das A und O und sollte nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Die Muskulatur muss weich und geschmeidig werden, um ein wirklich durchlässiges und freiwillig arbeitendes Pferd zu erhalten. Dabei helfen sowohl einfache und später auch komplexere Hufschlagfiguren, als auch die Stangen, die wir uns zur Hilfe  aufgebaut haben.

Nebenbei gesagt: Wer möchte und im Training schon etwas weiter ist, kann natürlich auch jederzeit ein paar Stangen durch Cavalettis austauschen. So erhöht ihr den Schwierigkeitsgrad, könnt die Geräte aber auch in der Aufwärmphase trotzdem mit einbinden.

 

Durch die Anordnung der Stangen ist es diesmal fast unmöglich eine ganze Bahn zu reiten, ohne dabei über irgendeine Stange gehen zu müssen. Und das ist so gewollt! Stangenarbeit holt das Pferd nicht nur immer zu euch zurück, sie fördert auch ebenfalls die Durchlässigkeit, lässt das Pferd schneller erwärmen und erhöht auch die Beinaktion. Gerade, wenn wir im späteren Verlauf viel Übergänge reiten wollen, sollte das Pferd dabei korrekt die Beine heben und auch die Kraft aus der Hinterhand schöpfen, um jederzeit punktgenau anreiten zu können.

Zirkel sind immer eine gute Idee und bringen das Pferd gleich zu Beginn in eine großzügige Stellung und Biegung, ohne dabei zu eng zu werden. Die Stangen und Pylonen geben euch dabei auch die nötige Orientierung und lassen das Zirkelverkleinern und -vergrößern besser überprüfen.

Zieht man die Bögen etwas auseinander, sind natürlich auch Schlangenlinien durch die ganze Bahn machbar. Gerade wenn das Pferd noch am Anfang der Aufwärmung steht, sind diese großen Bögen besonders geeignet. Ansonsten geht es aber natürlich auch etwas intensiver. Hierzu verbindet man die Hufschlagfigur durch die Länge der Bahn Wechseln mit einem Slalom durch die Pylonen.

Man kann aber auch an den Pylonen vorbei reiten und somit eine längliche halbe Bahn reiten, wie ein ovaler Zirkel. Punkt X, der frei sein sollte, kann dann der Wechselpunkt sein, um aus dem Zirkel zu wechseln. So hat man die Kombination von doch schon etwas stärkeren Bögen und langen Geraden. Diese können dann, durch die perfekte Einrahmung von Bande und Pylonen bzw. Stangen, auch für ein Schulterherein und andere Seitengänge genutzt werden.

Selbstverständlich können die ersten Übergänge auch in der Aufwärmphase mit eingebaut werden. Dazu eignen sich besonders Tempowechsel innerhalb einer Gangart und Schritt-Halt, sowie Schritt-Trab Übergänge. Bringt die Temowechsel innerhalb einer Gangart also jederzeit schon in den ersten Übungen mit ein. Besonders die langen Geraden eignen sich dafür sehr gut und geben euch Zeit und Freiraum.

Wir beginnen in der Intensivphase ebenfalls mit leichten Schritt-Trab Übergängen auf der ganzen Bahn. Danach geht es weiter mit Trab-Galopp Übergängen, diese erstrecken sich erst einmal auf einer halben Bahn, sodass man genügend Zeit hat, sich vorzubereiten und zu sammeln. Später können diese Abschnitte natürlich kleiner werden, wie zum Beispiel in der Übung davor zu sehen. Die Stangen haben dabei noch einen wundervollen, gymnastizierenden Wert.

Aber Achtung: Wichtig ist, dass ihr erst einmal nach dem Überqueren der Stange den Übergang einleitet. Viele Pferde können sonst ihren Abstand zur Stange nicht richtig einschätzen und stolpern nach dem Tempowechsel direkt vor der Stange einfach nur darüber.

Ein Übergang vor der Stange sollte wenn, dann immer ein paar Schritte weiter davor passieren, sodass das Pferd genügend Zeit hat, sich auf das Hindernis einzustellen oder schon sehr gut versammelt sein, sodass es schneller selbst reagieren kann und nicht auseinander fällt.

Mit drei Tempoübergängen kommen wir langsam in die schwierigere Phase des Trainings. Auf einer halben Bahn halten wir zunächst an der ersten Stange, Traben dann aus dem Stand an und halten dann wieder vor der ersten Pylone. Da der Pylonenweg recht kurz ist, wird dieser im Schritt absolviert, ehe wir wieder zum Halten kommen. Dann geht es ein letztes Mal in den Trab und an der Stange wieder ins Halten. Die restliche halbe Bahn ist Pausenzeit, die immer mit eingeplant werden sollte.

Gerade bei so viel punktueller und Aufmerksamkeit fordernder Arbeit, ist es wichtig, dem Pferd eine Auszeit zu geben, um sich wieder neu sammeln zu können. Viele Pferde bevorzugen nach solch versammelnder Arbeit auch eine lockere Galopprunde am langen Zügel, um ihre Muskeln wieder zu lösen. Ihr kennt euer Pferd am Besten und könnt ihm sicherlich den perfekten Ausgleich dazu liefern.

In der zweiten Übung verbinden wir einen Galoppwechsel mit einem Halt-Übergang. Diese Übung solltet ihr natürlich erst beginnen, wenn ihr schon einen einfachen Galoppwechsel beherrscht. Diese Übung eignet sich wunderbar dafür, eurem Pferd das Angaloppieren aus dem Stand bei zu bringen.

Weiterführendes

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Training > ÜbungsideenPylonenserie – Übungen mit Pylonen

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