Behandlungsformen ·Gesundheit

Osteopathie

Osteopathie | © Janett Kaatz Fotografie
© Janett Kaatz Fotografie

Osteopathie – Sanfte Heilmethode für nachhaltige Gesundheit

Im Idealfall kommunizieren die Gewebe des Körpers über ihre Bewegung harmonisch miteinander. Wird die Beweglichkeit einzelner Körperstrukturen wie Knochen, Muskeln, Sehnen oder Organe eingeschränkt, kann dies zu Störungen, Schmerzen, Beschwerden und Erkrankungen führen. Die Osteopathie ist eine Heilkunde, die den Patienten als Einheit von Körper, Geist, Seele und individuellem Umfeld betrachtet. Ziel der Osteopathie ist die Wiederherstellung der Harmonie des Gesamtorganismus und seiner Selbstheilungskräfte. Sie ist eine sehr sanfte Behandlungsmethode, die keine Schmerzen verursacht.

Entwickelt wurde die Osteopathie vom amerikanischen Arzt Andrew Taylor Still Ende des 19. Jahrhunderts. Wie alle Heilmethoden kommt sie aus der Humanmedizin und wurde auf die Tiere adaptiert.

Während in der Humanmedizin strikte gesetzliche Regelungen existieren, wer als Osteopath behandeln darf, ist der Begriff Pferde,-oder Tierosteopath in Deutschland nicht geschützt. Das bedeutet, dass jeder sich so nennen darf auch wenn er keine qualifizierte Ausbildung absolviert hat. Wie sich jeder denken kann, birgt das große Gefahren! In Ländern wie z.B. Frankreich und Österreich dürfen Pferdeosteopathen nur behandeln, wenn ein Tierarzt die Behandlung verordnet hat.

Es gibt in Deutschland ein paar wenige gute Ausbildungsinstitute, die Wert auf eine fundierte Ausbildung legen. Dozenten und Unterrichtsmaterial werden sorgfältig ausgewählt und geprüft. Tierbesitzer sollten also immer kritisch hinterfragen, wer sein Tier behandeln darf.

Ein guter Therapeut legt zudem sehr viel Wert auf Fortbildungen. Definitiv auch ein Indikator, ob der Behandler seinen Beruf ernst nimmt.

Krankheitsbilder & Behandlungsarten

Bei der Osteopathie geht es nicht um die Bekämpfung einer Krankheit oder eines Symptoms, sondern darum, die Funktionsstörungen und Blockierungen, die für eine Krankheit (mit-)verantwortlich sind, zu lösen und so dem Körper zu helfen, seine natürliche Gesundheit wieder zu erlangen.

Die Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig. In der Praxis hat sich die Osteopathie bei einer Vielzahl von Beschwerden bewährt, entweder für sich allein stehend oder in Begleitung der Schulmedizin. Erfolgreich eingesetzt werden kann die Osteopathie u.a. bei:

  • Störungen des Bewegungsapparates:
    wie z.B. Muskelverhärtungen, Verspannungen, Faszienverklebungen, Schieflage des Kopfes, des Halses oder des Schweifes, Rückenproblemen, Kiefergelenksproblemen, Probleme beim Stellen und Biegen, Buckeln, Lastaufnahme, Versammlung fällt schwer, Stolpern uvm.
  • Störungen im internistischen Bereich:
    Verdauungsproblemen, Operationsfolgen (Narben, Verwachsungen) etc.

Ein ganzheitlich arbeitender Osteopath kann aber auch Konzentrationsschwächen, Kopfschmerz, Stoffwechselerkrankungen, Traumata uvm., behandeln oder unterstützend zur Schulmedizin therapieren.

Bei einem ersten Gespräch wird genau erfragt, was dem Pferd fehlt um gezielt beraten zu können, inwieweit die Osteopathin helfen kann. Dies ist sehr individuell zu betrachten und kann nicht pauschal beantwortet werden.

Die Behandlungstechniken sind vielfältig und immer abhängig vom jeweilig Therapierenden. Jeder Therapeut entwickelt seine Vorlieben für bestimmte Methoden. Der klassisch arbeitende Osteopath benutzt dabei sein Feingefühl und seine Hände, mehr braucht er nicht. Zentraler Punkt der Behandlung ist die gewissenhafte Anamnese und Befundung. Es gilt immer die Ursache der Problematik zu finden um so zu therapieren, dass man auf lange Sicht Erfolg hat. Es wird die Haltung, Fütterung und Ausrüstung abgefragt, genauso wie das Training und der Umgang mit dem Pferd. Muskulatur, Sehnen und Gelenke werden palpiert, bzw. getestet. Die Zähne werden kontrolliert. Nur wenn man hier sehr gründlich ist, lassen sich Schwachstellen entdecken und entweder ganz abstellen oder optimieren.

Der Unterschied zur Physiotherapie besteht darin, dass die Osteopathie den Körper als systemische Einheit sieht und ganzheitlich die körpereigenen Kräfte aktiviert um die Einheit von Struktur und Funktion wiederherzustellen. Die Physiotherapie zielt auf den symptomatischen Therapieansatz, hierzu zählen dann auch allerhand Gerätschaften, wie Laser, Massagegeräte etc. Physiotherapie und Osteopathie lassen sich gut miteinander kombinieren und arbeiten Hand in Hand.

Grundsätzlich gliedert man die Osteopathie in drei Teilbereiche, wobei man sie nicht einzeln betrachten kann, da man immer den Blick auf die Ganzheitlichkeit legt.

  • Parietale Osteopathie:
    behandelt die Muskulatur, die Gelenke und das Bindegewebe.
  • Viszerale Osteopathie:
    nimmt sich der inneren Organe und deren Aufhängung an.
  • Craniosacrale Osteopathie:
    löst Blockierungen des rhythmischen Flusses der Flüssigkeiten.

Dieser Gastbeitrag wurde von Iris Krebs verfasst.

Über den Author

Iris Krebs geb. März 1972 in Frankfurt am Main, ist geprüfte Pferdeosteopathin und Physiotherapeutin. 2013 schloss sie ihre Ausbildung zur Pferdeosteopathin und Physiotherapeutin im FN zertifizierten Fachzentrum für Pferdeosteopathie in Schleswig-Holstein ab. 2014 – 2016 machte sie ihre Ausbildung zur craniosacral Therapeutin für Pferde am Upledger Institut, Deutschland. Zusätzlich ist sie seit 2015 Dozentin im Fachzentrum für Pferdeosteopathie und hat dort seit 2016 ihre eigene Kursreihe: „Ausbildung zum craniosacral Therapeuten“.

Zusätzliche besuchte sie weitere Fortbildungen in: Blutegeltherapie, Akupunktur (hier stehen fortführende Ausbildungen an) inkl. Praktika bei renommierten Akupunkteuren, Hufbearbeitung, praktische Labordiagnostik und viele mehr.

Alle Infos findet ihr auch noch einmal auf ihrer Webseite:
Iris Krebs – Pferdeosteophatin und Physiotherapeutin ZePo

Ich konnte Iris für ein Interview begeistern, das Ergebnis könnt ihr hier nachlesen:
Osteopathie – Sanfte Heilmethode für nachhaltige Gesundheit

Werbung

                  

*Alle Links in diesem Block sind Affiliate-Links.