Einheit der Woche ·Training ·Übungsideen

Abteilung: Marsch!

Einheit der Woche: Abteilung: Marsch!

Trainingseinheit der Woche: Abteilung: Marsch!

Diese Woche setzen wir uns intensiv mit dem Abteilungsreiten auseinander. Die meisten sind wahrscheinlich nur früher im typischen Schulunterricht in der Abteilung geritten. Dafür ist die Abteilung auch sehr praktisch: Sie bietet Anfängern Sicherheit, in der Gruppe sind Pferde meist ruhiger und Reitfehler werden von hintertrottenden Pferden oft eher toleriert. Doch oft vergisst man heutzutage die Vorteile der Abteilung, die man auch als fortgeschrittener Reiter haben kann: Junge und unruhige Pferde finden in der Abteilung viel mehr Sicherheit und können so langsam an das Reiten gewöhnt werden. Dazu wird der Reiter stetig gefordert, indem er immer wieder Tempo und Abstand seines Pferdes im Auge behalten muss und natürlich sollte der Reiter immer wieder prüfen, ob das Pferd ihm und nicht blind der Abteilung folgt.

Wir sehen also, Abteilunsgreiten kann viel mehr, als Reitanfänger schnell und gewinnbringend abzufertigen. Man muss die Abteilung nur richtig nutzen!

Mein Tipp also: Schnappt euch so viel Stallkameraden, die ihr finden könnt und bildet doch mal eine Abteilung. Selbst, wenn ihr schlussendlich nur zu zweit seid, ist der Trainings- und Lerneffekt immens. Anders als in Schulabteilungen, kann ich euch hierbei allerdings empfehlen, öfter einmal die Tete (also den Anfangsreiter) zu wechseln, sodass jeder einmal beide Erfahrungen machen kann.

Parcoursaufbau – Abstände und Materialien

Das Cavaletti sollte kurz nach dem Abwendepunkt an der langen Seite aufgebaut werden, sodass man direkt aus der Ecke angaloppieren und über das Cavaletti springen kann. Die Pylonen werden dann zur Ecke hin an dem Cavaletti aufgereiht, um eine wegweisende Linie zu bilden. So verhindert man, dass das Pferd nicht spontan zur Seite ausbricht und wirklich auf den Sprung zusteuert.

Die Bodenstange wird an der gegenüberliegenden, kurzen Seite mittig aufgebaut. Je nach reiterlichem Können, kann diese ebenfalls mit Bodenricks, Töpfchen oder anderen Gegenständen erhöht werden. 

Trainingsaufbau

Trainingseinheit der Woche: Abteilung: Marsch! 

Die Aufwärmphase können alle Reiter noch unabhängig von einander absolvieren, damit sie ihre Pferde erst einmal in ihrem eignen Tempo auf die nächsten Übungen vorbereiten können. Erst danach, wird gemeinsam eine Abteilung gebildet. Die erste Übung ist das Reiten durch die halbe Bahn, um nach der ganzen Bahn auch mal einen Handwechsel zu vollführen. Habt ihr euch dann langsam zusammen gefunden und geordnet, geht es auf den großen Zirkel und dabei über die erste Stange.

Die Übung mag im ersten Moment einfach aussehen, doch hier müsst ihr auf mehrere Dinge gleichzeitig achten: Die Stange am Boden sollte von euch für das Pferd gut vorbereitet sein, der Zirkel sollte immer noch ein Zirkel bleiben und keiner sollte heimlich abkürzen, die Stellung und Biegung sollte dabei trotzdem korrekt sein und schlussendlich müsst ihr während all dieser Sachen noch auf den Abstand zu eurem Vordermann achten.

Ja nach Größe der Abteilung, wird der Zirkel dann Stück für Stück verkleinert, bis alle Reiter einen harmonischen Abstand zueinander haben und die Tete nicht mehr ohne weiteres erkennbar ist. Danach wird der Zirkel von der Tete wieder vergrößert und alle anderen Reiter folgen. Wiederholt diese Übung bis zu drei Mal, ehe ihr mit einer ganzen Bahn und einem Handwechsel eine Pause einlegt.

Die nächste Schwierigkeit ist ein Handwechsel und das schräge Anreiten des Cavalettis. Macht diese Übung vor allem erst einmal im Schritt, damit ihr euch in Ruhe über das Cavaletti koordinieren könnt. Auch diese Übung solltet ihr mindestens drei Mal wiederholen. Dabei könnt ihr an jeder langen Seite durch die ganze Bahn wechseln, sodass ihr immer wieder große Achten durch das Viereck reitet.

Nun folgt eine der schwierigsten Übungen für Abteilungsreiter, nämlich die Schlangenlinien durch die ganze Bahn. Dabei ist es oft egal, wie viele Bögen die Schlangenlinie hat, denn die Versuchung, an der Ecke abzukürzen und die Bögen nicht ordentlich zu absolvieren, ist groß. Seid hier besonders streng zu euch selbst und vernachlässigt lieber den Abstand zur Abteilung etwas, als die Bahnfiguren zu ruinieren. Sammelt euch nach der Übung wieder zusammen und probt das gleich noch einmal!

Denkt daran, je nachdem wie viel Reiter ihr seid, immer wieder nach ein paar Übungen die Tete zu wechseln, sodass jeder einmal Abteilungsführer war. Nur so kann jeder wirklich jeden Lerneffekt für sich mitnehmen. Wer sich in dieser kurzen Zeit noch nicht hunderprozentig koordinieren kann, der wechselt nicht innerhalb der Reitstunde, sondern legt die Tete pro Übungsstunde fest. So hat jeder Reiter mehr Zeit, sich in seiner Rolle zurecht zu finden und muss sich nicht ständig neu sortieren.

Dieses Mal geht es gerade über das Cavaletti, sowohl im Schritt, als auch im Trab. Nach der langen Seite, wird aus der Ecke kehrt geritten und alle Reiter, die nun den Weg wieder zurück über das Cavaletti reiten, gehen auf den zweiten Hufschlag, damit sie die noch kommenden Reiter nicht umreiten. Seid ihr nur zu zweit, so solltet ihr trotzdem nicht gleich wieder auf den ersten Hufschlag gehen, sondern erst nach der langen Seite. Ihr und eure Pferde sollten sich nicht zu sehr an der Bande orientieren und auch das Reiten abseits der Bande üben.

Als nächstes beginnen wir mit den ersten Übergängen innerhalb der Abteilung. Ziel ist es, dass jeder Reiter, unabhängig vom Vordermann, bei Punkt X für eine Sekunde stehen bleiben kann. Danach holt er mit einem fleißigen Schritt (kein Trab!) den verlorenen Abstand wieder auf. Zu lange darf der Reiter bei X natürlich auch nicht stehen bleiben, da sonst der Reiter dahinter Probleme bekommt. Die Übung sieht also erst einmal einfach aus, ist sie aber ganz und gar nicht. Ihr könnt diese Übung ruhig mehrmals zwischendurch probieren, bis ihr euren Rhythmus gefunden habt. 

Jetzt geht es gemeinsam im Galopp über das Cavaletti. Dabei galoppiert jeder Reiter kurz vor der Ecke an, springt mit seinem Pferd über das Cavaletti und geht kurz nach der Mitte der Bahn wieder in den Trab. Sollte der Abstand zu sehr auseinander geraten, so formatiert euch erst neu, wenn alle einmal über das Cavaletti gesprungen sind und probiert die Übung noch einmal.

Zuletzt geht es dann noch einmal gemeinsam im Galopp auf den großen Zirkel und über das Cavaletti. Schaut dabei, wie viele Leute ihr in der Abteilung seid. Bei großen Abteilungen, sollte sich die Abteilung in zwei Abteilungen aufteilen. Eine Abteilung geht dann, während die andere gerade die Übung durchgeht, auf den zweiten Zirkel und beschäftigt sich währenddessen mit der oben schon erwähnten Übung zwei. Nach drei bis vier Runden wird dann gewechselt, damit jeder Reiter die Chance hat, alle Übungen gleichmäßig zu absolvieren.

Weiterführendes

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